Motorsport DTM
Schneiders fünfter Streich war nicht das Ende

Nach seinem fünften Titel in der DTM denkt Bernd Schneider noch nicht an sein Karriereende. Nach seiner Wahl zum "Adac-Motorsportler des Jahres" geht Schneider davon aus, weiter für Mercedes zu fahren.

Seinem Spitznamen "Mister DTM" machte Bernd Schneider in der DTM-Saison 2006 einmal mehr alle Ehre. Und nach seinem fünften Titel in der Deutschen Tourenwagen Masters hat Schneider eine weitere Auszeichung erhalten. Am Samstagabend in München wurde der Mercedes-Werkspilot zum zweiten Mal nach 1998 als Adac-Motorsportler des Jahres geehrt. "Neben Michael Schumacher bin ich der erst der zweite Fahrer, der zum zweiten Mal ausgezeichnet wurde. Das macht mich besonders stolz", sagte Schneider in einem Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Wir haben in Deutschland eine Vielzahl sehr guter Rennfahrer, die auch international ein hohes Ansehen haben. Das wertet die Wahl für mich noch mehr auf."

Schneider hatte in dieser Saison in der DTM nach zwei schwächeren Jahren die Rückkehr an die Spitze geschafft und seinen fünften Titel geholt. "Ich war mit der Saison sehr zufrieden. Mein Ziel war, in allen Rennen zu punkten. Das habe ich geschafft. Das schlechteste waren zwei fünfte Plätze", meinte der Saarländer aus St. Ingbert: "Klar hätte das eine oder andere Rennen noch besser verlaufen können, aber es hätte auch schlimmer kommen können."

Schneider denkt noch nicht ans Aufhören

Dass er im Alter von 42 Jahren die Rückkehr an die Spitze geschafft hat, ist für den früheren GT-Weltmeister eine kleine Genugtuung. "Der Titel war wichtig, weil ich zwei Jahre hatte, die nicht so gut gelaufen waren und mich einige Leute schon abgeschrieben hatten", meinte der Mercedes-Dauerbrenner, der wohl auch 2007 weiter für die Stuttgarter fahren wird, auch wenn es noch keine schriftliche Vereinbarung mit dem Mercedes-Sportchef gibt.

"Norbert Haug hat schon gesagt, wir brauchen gar keinen Vertrag mehr. Wir sind seit 16 Jahren ein Team, daher haben Verträge wenig zu sagen. Ich gehe davon aus, dass wir das schon irgendwie unter die Haube bringen", meinte Schneider. Ans Aufhören denkt er nämlich noch lange nicht, im Gegensatz zu seinem Freund Michael Schumacher, der vor einigen Wochen seine einzigartige Karriere in der Formel 1 beendet hat.

Vergleich mit Schumacher ehrt Schneider

"Ich habe andere Voraussetzungen als er. Viele vergleichen uns, was für mich eine Ehre ist. Aber Schumacher war der unangefochtene Formel-1-Fahrer. Es gab wohl niemanden, der seine Teamkollegen dermaßen im Griff gehabt hat. Es gab nie Diskussionen darüber, ob er vielleicht doch nicht der Beste ist. Deshalb musste er bei seiner Entscheidung mehrere Dinge berücksichtigen", sagte Schneider: "Ich hatte öfter Teamkollegen, die mit mir auf einem Level waren, und viele harte Kämpfe. Deshalb habe ich andere Gesichtspunkte, wann und wie ich meine Karriere beende."

Noch einmal gegen Schumacher Rennen zu fahren, wie zum einzigen Mal 1991 in Le Mans ("Wir sind beide ausgeschieden"), das fände Schneider zwar schön, aber das wird sich wohl auf gemeinsame Kart-Rennen beschränken. Ein Comeback Schumachers in der DTM sieht Schneider dagegen als schwierig an.

"Wenn er in die DTM käme, würden die meisten Leute und Medien von ihm erwarten, dass er alles gewinnt, am besten jedes Rennen mit einer Runde Vorsprung. Er ist so realistisch und weiß, dass das nicht passieren kann", sagte Schneider. Wenn Schumacher aber einfach nur Spaß haben wolle und der Kritik von außen standhalten könne, wäre er dem "Schneider-Meister" herzlich willkommen: "Ich würde ihm sagen: Mach es, denn du wirst mit uns eine andere Art Rennsport erleben."

© SID

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