Motorsport Formel1
Barrichello holt die Pole in Sao Paulo

Rubens Barrichello hat sich in der Regen-Lotterie des Qualifyings zum Grand Prix von Brasilien die Pole gesichert. Sebastian Vettel schied in der ersten Qualifikationsrunde aus.

Sebastian Vettel schmiss das Lenkrad wütend weg und stapfte wortlos in die Garage. Im Regen von Sao Paulo wurde der Red-Bull-Pilot in einem chaotischen Qualifying fast schon aus allen Titelträumen gerissen. Der 22-Jährige aus Heppenheim kam am Samstag unter teilweise irregulären Bedingungen nicht über Starplatz 16 für den Großen Preis von Brasilien (Sonntag 18 Uhr Mesz/live bei RTL und Sky) hinaus.

"Mit Autofahren hatte das nichts zu tun"

"Ich kann jetzt nur noch hoffen, dass es im Rennen drunter und drüber geht", sagte Vettel mit stocksaurer Miene. Er habe absolut alles versucht, doch als er endlich eine freie Runde hatte, sei einfach zuviel Wasser auf der Strecke gewesen. "Die Bedingungen waren zum Teil extrem kritisch. Ich habe meinen Freischwimmer gemacht, mit Autofahren hatte das aber nichts zu tun."

Ein kleiner Trost für Vettel: WM-Spitzenreiter Jenson Button enttäuschte ebenfalls und wurde im Brawn nur 14. Sollte der Brite als Dritter ins Ziel kommen, wäre er allerdings bereits vor dem WM-Finale am 1. November in Abu Dhabi Weltmeister. Vettel muss mindestens Zweiter werden und außerdem noch auf Ausrutscher der Rivalen hoffen.

Sutil überraschend auf Platz drei

Als die Piste nach langer Unterbrechung immer trockener wurde, sicherte sich Lokalmatador Rubens Barrichello unter dem Jubel seiner Landsleute die Pole Position. Der Brawn-Pilot verwies den Australier Mark Webber im Red Bull auf den zweiten Platz. Drittschnellster und überraschend der beste Deutsche war Adrian Sutil (Gräfelfing) im Force India. Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden) landete auf Rang sieben.

Wie durch ein Wunder verliefen die vielen Dreher und Abflüge allesamt glimpflich. "Bei diesen Bedingungen war das Auto heute unfahrbar", sagte Vettels Teamkollege Webber. Zwei Mal musste das Qualifying unterbrochen werden, nach fast drei Stunden und damit gerade noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit stand die Startaufstellung endlich fest.

"Mehr geschwommen als gefahren"

Nick Heidfeld landete nur auf dem 19. und vorletzten Platz und war restlos bedient. "Wir sind mehr geschwommen als gefahren", sagte der BMW-Sauber-Pilot aus Mönchengladbach. Das Team habe ihm zwar gesagt, dass es regnen wird, "dass es aber so extrem werden würde, haben wir nicht geahnt".

Nicht viel besser erging es Lewis Hamilton. Der Brite, der sich vor einem Jahr in Sao Paulo zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten gekrönt hatte, schaffte es diesmal nur auf Startposition 18. "Eine herbe Enttäuschung: Wir waren am Freitag im Trockenen voll konkurrenzfähig - heute im Nassen war es das krasse Gegenteil - unsere Autos lagen für diese Wassermassen vielleicht zu tief und sind deshalb mehr gesurft als gefahren. An unseren Fahrern lag's sicher nicht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Button reicht Platz drei im Rennen

WM-Spitzenreiter Jenson Button reicht beim vorletzten Lauf der Saison in Sao Paulo bereits ein dritter Platz, um alle Rechenspiele zu beenden. Sein Brawn-Teamkollege Rubens Barrichello hat 14 Punkte Rückstand, Vettel noch zwei mehr.

Mitgefühl hatte Haug mit Vettel. "Für Sebastian tut mir es sehr leid. Ein Jammer, aber es war bestimmt kein Fahrerproblem. Kopf hoch - solche Rückschläge machen einen sehr Guten nur noch besser."

Vettel vor dem Qualifying noch optimistisch

Vor dem Regen-Qualifying hatte Vettel noch Optimismus verbreitet. "Unsere Marschroute ist klar: Wir müssen die beiden letzten Rennen gewinnen, alles andere liegt nicht in unserer Hand", sagte der WM-Dritte vor dem 16. von 17 WM-Läufen und versprach maximale Attacke: "Ich kann nur gewinnen. Ich muss Druck machen und hoffen, dass die anderen patzen. Wir sind auf einer Erfolgswelle." Doch erstmal sind ihm die Felle davongeschwommen.

Die 16 Punkte Rückstand auf Brawn-Pilot Button schreckten den Hessen nicht. Schließlich habe Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen "vor zwei Jahren gezeigt, was möglich ist. Wir kämpfen bis zum Schluss", sagte Vettel mit Blick auf den Finnen, der 2007 trotz 17 Punkten Rückstand vor den letzten beiden Rennen noch Weltmeister wurde.

© SID

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