Motorsport Formel1
Danner glaubt nicht an Mercedes-Teamorder

Formel-1-Experte Christian Danner hat die Teamorder-Diskussion beim Grand Prix von Monaco als "absurd" bezeichnet. Laut englischer Medien hatte Mclaren-Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton Fernando Alonso den Sieg überlassen.

Die Teamorder-Posse von Monaco sorgt weiter für viel Diskussionsstoff: Nach Ansicht von Experten und früheren Formel-1-Fahrern hat Mclaren-Mercedes beim Doppelsieg in Monte Carlo nicht gegen die Regeln des Automobil-Weltverbandes FIA verstoßen.

"Entbehrt jeder Grundlage"

"So ein Ergebnis als Teamorder zu deuten, ist in meinen Augen völlig absurd. Das entbehrt jeder Grundlage", sagte der Münchner Christian Danner dem sid. Und der einstige Tourenwagen-König Klaus Ludwig ist sogar der Ansicht, "dass man diese Leute, die die angebliche Stallorder der FIA gemeldet haben, zum Psychiater schicken müsste".

Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) hatte den fünften WM-Lauf des Jahres problemlos vor seinem britischen Teamkollege Lewis Hamilton gewonnen. Laut englischer Medien, die Hamilton gerne als kommenden Weltmeister sehen würden, musste der Jungstar angeblich Alonso den Sieg überlassen. Dieser Verdacht wurde durch unglückliche Aussagen von Mclaren-Teamchef Ron Dennis noch verstärkt: "Es wird Zeiten und Strecken geben, auf denen sie frei fahren dürfen, aber nicht hier."

"Der konnte nicht schneller fahren"

Für Danner, der von 1985 bis 1989 insgesamt 36 Grand Prix fuhr, hatte das Team überhaupt keine Chance, Hamilton einzubremsen. "Der konnte in diesem Rennen einfach nicht schneller fahren", meinte er heutige RTL-Experte. Und Alonso habe sich das Rennen an der Spitze so einteilen können wie er wollte, nachdem er den Start gewonnen hatte.

Für Danner basiert das Nachspiel aber in erster Linie auf der alten Feindschaft zwischen Ron Dennis und Ferrari. Beide Parteien haben sich in der Vergangenheit mehrfach gegenseitig Regelverstöße vorgeworfen und ihre Streitigkeiten dann am grünen Tisch der FIA fortgesetzt. Dass es diesmal ebenfalls so ausgehen könnte, glaubt Danner nicht: "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die FIA Sanktionen gegen Mclaren verhängt."

Auch der ehemalige Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck kann die Reaktion der FIA "in keinster Weise verstehen und tolerieren". Das sei alles völlig aus der Luft gegriffen, sagt der Premiere-Experte: "Hamilton ist an einer Leitplanke angeschlagen und hatte zum Schluss sicher nicht mehr das Auto, um seinen Teamkollegen attackieren zu können. Die FIA muss aufpassen, die Formel 1 mit solchen Aktionen nicht in Misskredit zu bringen."

"Geht niemanden was an"

Laut Ludwig hätten selten zuvor zwei Fahrer eines Teams einen Grand Prix derart dominiert, wie Alonso und Hamilton in Monaco. Es wäre verrückt gewesen, so einen Erfolg zu gefährden. Alonso hatte die Pole Position, und in Monaco sei Überholen praktisch unmöglich. Hamilton hätte es zwar versucht, aber sein Teamkollege habe keinen Fehler gemacht, sagte der dreimalige DTM-Champion: "Und was alles innerhalb eines Teams gesprochen wird, geht niemanden etwas an."

Stallorder ist seit 2003 in der Formel 1 verboten. Die FIA hat die Untersuchung gegen Mclaren-Mercedes wahrscheinlich auch deshalb eingeleitet, weil die Teams nach Artikel 151c des International Sporting Code den Ruf des Sports nicht schädigen dürfen. Und dazu zählt seit dem geschenkten Sieg durch den Brasilianer Rubens Barrichello an seinen damaligen Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher in Zeltweg/Österreich 2002 auch die Stallorder.

© SID

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