Motorsport Formel1
Der König der Formel 1 dankt ab

Er kam mit 1 000 Mark Taschengeld in die Formel 1 und geht als König der Rennfahrer. Kein anderer hat die Geschichte des Grand-Prix-Sports so nachhaltig geprägt wie Michael Schumacher. Seine Rekorde scheinen für die Ewigkeit bestimmt, der siebenmalige Weltmeister ist ein Unsterblicher in der "Hall of Fame" des Automobilsports.

Schumacher wird geliebt und gehasst, bewundert und verdammt. Er ist kompromisslos auf der Rennstrecke, zahlreiche Skandale kratzten am Image des Ferrari-Stars. Aber eines wird von Freunden und Gegnern gleichermaßen respektiert: das fahrerische Genie des 37-Jährigen, der am Sonntag in Sao Paulo nach fast 16 Jahren und 250 Rennen seinen Helm an den Nagel hängt.

Pizza und Herzklopfen

Mit einer Pizza in der Jugendherberge und Herzklopfen vor dem ersten Formel-1-Rennen fing am 25. August 1991 alles an. Als damals ein gewisser Michael Schumacher im belgischen Spa sein Debüt in der Königsklasse gab, ahnte nur sein Zimmergenosse Willi Weber, dass dies die "Geburtsstunde des besten Rennfahrers der Welt" sein sollte.

Manager Weber hatte schon früh das außergewöhnliche Talent des Jungen aus Kerpen erkannt, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen für dessen Karriere getroffen - und sich dabei unter anderem einer kleinen "Notlüge" bedient. Den Platz im Jordan-Cockpit als Ersatz für den mit der Justiz in Konflikt geratenen Belgier Bertrand Gachot hatte Schumacher nur bekommen, weil Weber Teambesitzer Eddie Jordan gesagt hatte, Schumacher sei schon oft in Spa gefahren und kenne die Strecke sehr gut. Das war ein wenig an der Realität vorbei formuliert.

Ein Rekord jagt den nächsten

Es war aber auch der Startschuss für eine einzigartige Karriere, in der Schumacher die Geschichtsbücher der Formel 1 komplett umschrieb. Die meisten WM-Titel, die meisten Siege, Punkte, schnellste Runden, Führungskilometer, und, und, und.

Der viermalige Weltmeister Alain Prost, dessen Bestmarke von 51 GP-Siegen Schumacher 2001 - natürlich in Spa - aus den Annalen löschte, hält den Kerpener für "den Besten der Gegenwart", Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sah in dem Deutschen schon früh den legitimen Nachfolger des 1994 tödlich verunglückten Ayrton Senna: "Er steht über allen anderen." Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der Schumacher nur allzu gern in einem Silberpfeil gesehen hätte, war "Michael die Messlatte".

Seite 1:

Der König der Formel 1 dankt ab

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%