Motorsport Formel1
Explosive Stimmung vor dem Großen Preis von Ungarn

Die Spionage-Affäre um Ferrari und Mclaren-Mercedes beherrscht derzeit die Schlagzeilen rund um die Formel 1. Das soll sich nun ändern. Am Wochenende steht der Große Preis von Ungarn auf dem Programm.

Momentan stehen Nebenkriegsschauplätze in der Formel 1 im Mittelpunkt. Ferrari droht mit weiteren Anzeigen gegen Mclaren-Mercedes, die "Silberpfeile" schießen erstmals gezielt zurück und die Spionage-Affäre geht vor das Berufungsgericht - im hitzigen Titelduell der Formel 1 herrscht vor dem Großen Preis von Ungarn eine explosive Stimmung zwischen den Top-Teams. Am Wochenende sollen endlich wieder sportliche Schlagzeilen geschrieben werden.

Die Stimmung zwischen den beiden Erzrivalen ist vor dem 11. von 17. WM-Läufen am Sonntag (14.00 Uhr/live in Premiere und RTL) nicht nur wegen der alljährlich tropischen Temperaturen in Budapest aufgeheizt. Sebastian Vettel fiebert derweil seinem Debüt im Toro Rosso als fünfter deutscher Stammfahrer entgegen.

Massa: "Nicht schön für den Sport"

"Was derzeit abläuft, ist nicht besonders schön für den Sport. Wir Fahrer müssen auf der Piste unsere Reaktion zeigen", meint Ferrari-Pilot Felipe Massa vielsagend. Nach dem Regenchaos auf dem Nürburgring hatte sich der Brasilianer eine heftige verbale Auseinandersetzung mit Weltmeister Fernando Alonso im Silberpfeil geliefert.

Eine Fortsetzung des Duells in Ungarn auf und neben der Strecke ist keinesfalls ausgeschlossen. "Wir kämpfen um die Weltmeisterschaft, da ist es manchmal nicht so leicht, seine Nerven unter Kontrolle zu halten", sagt Massa.

Zumal der Ferrari-Vorstand den eingeschlagenen Kurs gegen den Erzrivalen verschärft hat. Präsident Luca di Montezemolo und Generaldirektor Jean Todt wurde vom Aufsichtsrat nach einer Sondersitzung die ausdrückliche Genehmigung erteilt, die Zivilklage gegen den inzwischen entlassenen Mclaren-Designer Mike Coughlan fortzuführen und nötigenfalls weitere Klagen einzuleiten. Eine erste Maßnahme könnte eine Anzeige gegen Mclaren-Mercedes bei der Staatsanwaltschaft in Modena sein.

Auch die Entscheidung von FIA-Präsident Max Mosley, den Freispruch für die Silberpfeile in der Spionage-Affäre noch einmal vom Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes bestätigen zu lassen, wurde von Ferrari ausdrücklich begrüßt. Mclaren dagegen erklärte, dass diese Entscheidung durch "eine völlig irreführende Pressekampagne von Ferrari und Druck des Automobilklubs von Italien" zustande gekommen sei.

Mclaren-Mercedes will Führung ausbauen

"Wir wollen unsere Führung in beiden WM-Wertungen ausbauen", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug vor dem Rennen in Budapest. In der Fahrerwertung wird auch nach dem Ungarn-GP auf jeden Fall einer seiner Piloten in Führung liegen, denn der Brite Lewis Hamilton führt mit 70 Punkten vor Teamkollege Alonso (Spanien/68) - erst dann folgen die Ferrari-Piloten Massa (Brasilien/59) und Kimi Räikkönen (Finnland/52). Alonso will im emotionalen teaminternen Duell mit Hamilton weiter Boden gutmachen: "Ungarn liegt mir, da habe ich mein erstes Formel-1-Rennen gewonnen."

Für den 20-Jährigen Vettel wird es der erste Auftritt im Hinterbänkler-Team Toro Rosso. Neben Nick Heidfeld (BMW-Sauber), Ralf Schumacher (Toyota), Nico Rosberg (Williams-Toyota) und Adrian Sutil (Spyker-Ferrari) ist er jetzt der fünfte deutsche Stammfahrer in der Königsklasse.

"Für mich ist ein Traum wahr geworden", sagt Vettel, erwartet aber im ersten Rennen als Nachfolger des geschassten US-Amerikaners Scott Speed nicht allzu viel: "Sicher ist, dass das Auto vielleicht nicht ganz so gut ist. Erstmal freue ich mich, Rennen fahren zu dürfen."

Das BMW-Sauber-Team, das Supertalent Vettel freigab, hofft darauf, vom hitzigen Duell um den WM-Titel zu profitieren. "In Ungarn habe ich letztes Jahr den ersten Podiumsplatz für das Team geholt. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir das wiederholen oder noch verbessern könnten", sagt Heidfeld.

© SID

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