Motorsport Formel1
Ferrari gibt Schumacher mehr Zeit

Erst Ende des Jahres muss sich Ferrari-Rennfahrer Michael Schumacher entscheiden, ob und wo der Formel-1-Rekordweltmeister seine Karriere in der "Königsklasse" fortsetzen wird.

Gedanken an seine Zukunft in der "Königsklasse" kann Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher erst einmal hintenan stellen. Erst nach Ende der laufenden Saison wird sich der Deutsche entscheiden, ob er seine Karriere beendet oder noch weiter in der Formel 1 fahren wird. "Ferrari hat mir diese Möglichkeit eingeräumt, und ich habe dankend angenommen", erklärte Schumacher am Donnerstag im Vorfeld des Großen Preises von Spanien in Barcelona. Ursprünglich war eine Entscheidung für Mitte der Saison angedacht gewesen.

"Für so eine wichtige Entscheidung kann man nicht Zeit genug haben", sagte Schumacher, der danach die neue Deadline präzisierte: nach dem letzten Rennen. Das findet am 22. Oktober in Sao Paulo statt. Ob sich Schumacher die Möglichkeit offen halten will, vielleicht im Falle eines achten Titelgewinns als Weltmeister seine einmalige Karriere zu beenden, ließ er offen.

"Es bringt nichts zu versuchen, etwas über die Hintergründe zu erfahren. Das ist eine so wichtige Entscheidung, da möchte ich nicht in die Tiefe gehen", sagte der 37-Jährige, der in Imola und auf dem Nürburgring seine GP-Siege Nummer 85 und 86 gefeiert hatte.

Wechsel zu anderem Team ist weitgehend ausgeschlossen

Bislang hatte es immer geheißen, Schumacher müsse Ferrari bis Mitte des Jahres erklären, ob er seinen Vertrag bei der Scuderia verlängert. Den Wechsel zu einem anderen Team hatte der siebenmalige Weltmeister in der Vergangenheit immer wieder weitgehend ausgeschlossen und erklärt, wenn er weiterfahre, dann zu 99,9 Prozent bei Ferrari. Zuletzt hatte auch sein Teamchef und väterlicher Freund Jean Todt ausgeschlossen, dass Schumacher noch einmal das Team wechseln könnte. Dafür sei der Kerpener nach mehr als zehn Jahren zu sehr ein Mitglied der Ferrari-Familie geworden.

Auch die beiden Siege haben Schumacher demnach bei seiner Entscheidungsfindung nicht weiter gebracht. Immerhin genießt er nach dem Seuchenjahr 2005 in vollen Zügen, dass "ich wieder konkurrenzfähig bin und mithalten kann". Erstmals seit fast 20 Monaten gewann der Kerpener wieder zwei Rennen in Folge und hat nun auch die Chance auf den dritten Sieg hintereinander. Eine solche Serie gab es zuletzt in seiner Mega-Saison 2004, als er vom 30. Mai auf dem Nürburgring bis zum 15. August in Budapest die Rekordzahl von sieben Siegen in Serie feierte. Danach gab es bis zum Comeback auf dem obersten Podestplatz vor gut zwei Wochen in Imola eine lange Durststrecke mit nur zwei Siegen in 27 Rennen, einer davon noch beim Skandal-Rennen in Indianapolis 2005.

Schumachers Entscheidung beeinflusst Räikkönens Zukunft

Jean Todt hatte zuletzt das lange Warten auf Schumachers Entscheidung auch mit teaminternen Vorgängen erklärt. "Solange bei Ferrari intern noch keine Klarheit darüber herrscht, wie die Kontinuität des gesamten Teams und des Unternehmens in den nächsten Jahren aussieht, wird es extern auch keine verbindliche Aussage geben", hatte der Franzose gesagt.

Die Verschiebung von Schumachers Entscheidung hat auch Einfluss auf eine andere wichtige Personalie. Mclaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen soll angeblich eine Art Vorvereinbarung mit Ferrari auf einen Wechsel für die Saison 2007 haben, die im Sommer ausläuft. Damit kann der "Iceman" nicht mehr erst auf Schumacher warten, bevor er sich entscheidet, im kommenden Jahr weiter bei Mclaren-Mercedes gemeinsam mit Weltmeister Fernando Alonso zu fahren oder das Team in Richtung Ferrari oder möglicherweise auch Renault zu verlassen.

© SID

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