Motorsport Formel1
FIA nimmt neuen Mclaren-Rennwagen unter die Lupe

Der Automobil-Weltverband FIA hat im Zuge der Spionage-Affäre in der Formel 1 den Mclaren-Mercedes für 2008 untersucht. Geprüft wird, ob geheime Ferrari-Daten in die Konstruktion des Rennwagens eingeflossen sind.

Die Spionage-Affäre in der Formel 1 ist für Mclaren-Mercedes noch nicht ausgestanden. Der Automobil-Weltverband FIA hat im Zuge des Urteils gegen Mercedes wegen Besitzes geheimer Ferrari-Daten wie angekündigt den Mclaren-Mercedes für 2008 unter die Lupe genommen. Die Untersuchung soll klären, ob sich das Team die vertraulichen Daten zunutze gemacht hat. Nach einem Bericht der englischen Tageszeitung Daily Mail hat eine größere Abordnung von Technikern und Spezialisten zwei Tage lang im Mclaren-Hauptquartier Paragon in Woking Konstruktionspläne und Computerdaten über den Rennwagen für die kommende Saison inspiziert und zudem Daten für weitere Analysen mitgenommen.

Weder die FIA, die sich auf eine laufende Untersuchung berief, noch das Team wollten die Aktion bestätigen. Von Mclaren-Seite hieß es allerdings, dass weitere Untersuchungen Teil der Entscheidung des World Motor Sport Council der FIA gewesen seien und das Team in diesem Punkt voll mit dem Weltverband kooperiere.

Weitere Sanktionen möglich

Das World Council hatte am 13. September in Paris entschieden, wegen des Besitzes geheimer Ferrari-Daten Mclaren-Mercedes alle Konstrukteurspunkte für 2007 abzuerkennen, und zudem eine Geldstrafe von 100 Mill. Dollar verhängt. Mögliche weitere Sanktionen für 2008 hatte sich die FIA für die World-Council-Sitzung am 7. Dezember offen gelassen, falls eine Untersuchung des neuen Autos Einfluss von Ferrari-Gedankengut ergäbe.

50 Mill. Dollar der Geldstrafe werden im Dezember fällig und gehen an einen neuen FIA-Entwicklungsfonds. Der Rest wird mit vom Team eigentlich erfahrenen Fernsehgeldern in Höhe von geschätzten rund 50 Mill. verrechnet.

FIA geht auf Nummer sicher

"Wir müssen sicher sein, dass wir den anderen Teams sagen können, dass das Mclaren-Programm 2008, nicht nur das Auto, sondern das ganze Drumherum, ohne Einfluss von Ferrari-Informationen ist", hatte FIA-Präsident Max Mosley die weiteren Untersuchungen begründet.

In einem BBC-Interview erklärte der Brite kürzlich, dass ein möglicher Verstoß nicht unbedingt den WM-Ausschluss der Silberpfeile nach sich ziehen würde. "Ein Vorab-Punktabzug wäre wahrscheinlicher", sagte Mosley, der für 2007 nicht nur dem Team, sondern auch den Fahrern Lewis Hamilton (Großbritannien) und Fernando Alonso (Spanien) die Punkte abgezogen hätte. Im 26-köpfigen World Council war die Mehrheit aber anderer Meinung.

© SID

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