Motorsport Formel1
FIA plant Rotation im Formel-1-Rennkalender

Die FIA plant den Grand Prix in Hockenheim künftig aus dem Formel-1-Kalender zu streichen. Auch dem Kurs in Imola droht laut Promoter Bernie Ecclestone das Aus.

Die fetten Jahre sind vorbei: Für Formel-1-Star Michael Schumacher und die deutschen Motorsport-Fans bricht ein neues Zeitalter an. Nach dem Willen von Promoter Bernie Ecclestone soll aller Voraussicht nach schon ab dem kommenden Jahr nur noch ein Rennen in Deutschland stattfinden. Für Schumacher könnte das "Heimspiel" in Hockenheim in zwei Wochen (30. Juli) somit das letzte dieser Art sein. Da die deutschen Rennstrecken keinen Gewinn mehr mit der PS-Show erzielen, soll eine jährliche Rotation ausgerechnet mit dem alten Rivalen Nürburgring die Zukunft beider Veranstaltungen langfristig sichern.

Auch Italien soll ein Rennen verlieren, der Traditionskurs Monza bleibt sicher im Kalender, Imola droht das Aus. Dafür kehrt Michael Schumachers Lieblingsrennen in Spa/Belgien nach einer Pause in diesem Jahr ab 2007 wieder zurück. Ecclestone bestätigte die Absicht, in der kommenden Saison in Deutschland und Italien jeweils einen Grand Prix zu streichen. "Das ist unser Plan, daran arbeiten wir", sagte der Brite in Magny-Cours.

Adac-Sportpräsident Hermann Tomczyk (Rosenheim) begrüßt den Ecclestone-Plan. "Wenn man die Zuschauersituation betrachtet und die Entwicklung der Formel 1 weltweit sieht, halte ich eine Rotation für sehr sinnvoll", sagte der mächtigste Mann im deutschen Automobilsport am Sonntag dem Sport-Informations-Dienst (sid). Tomczyk ist einer der Vize-Präsidenten des Automobil-Weltverbandes FIA und Mitglied des FIA-Weltrates.

Namen sollen unverändert bleiben

Laut Tomczyk könnten die Namen der beiden Rennen unverändert bleiben: "Ein Großer Preis von Europa auf dem Nürburgring und der Große Preis von Deutschland in Hockenheim." Der Adac-Sportchef ist überzeugt, dass langfristig beide deutschen Rennstrecken von einer Rotation profitieren. Tomczyk: "Ich stehe voll und ganz hinter dem Ecclestone-Vorschlag. Eine Rotation ist notwendig und vernünftig."

Für Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz ist Ecclestones Vorhaben keine Überraschung. "Mein Ziel ist es, den Nürburgring als Formel-1-Rennstrecke über das Jahr 2009 hinaus zu erhalten", sagte Kafitz dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Unter dieser Voraussetzung sehe ich den Plan, abwechselnd Formel-1-Rennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring auszutragen, durchaus positiv." Laut Kafitz habe Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) diesen Vorschlag ebenfalls begrüßt.

In Hockenheim nahm man Ecclestones Vorschlag zur Kenntnis. "Wir haben über den Verhandlungsstand Stillschweigen vereinbart", meinte Pressesprecher Hartmut Tesseraux. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld würde lieber weiter zwei Heimrennen fahren. "Schließlich habe ich schöne Erinnerungen an beide Strecken, weil ich dort die meisten Rennen absolviert habe. Aber die Idee der Rotation ist gut, es ist die beste Alternative", sagte der Mönchengladbacher.

Auch künftig nur noch 18 Rennen

Nach der Rekordzahl von 19 Rennen im vergangenen Jahr umfasst der Formel-1-Kalender 2006 insgesamt 18 Grand Prix. Daran will Ecclestone künftig festhalten. Somit müsste eine Veranstaltung neu aufgenommen werden, falls Hockenheim und Imola wirklich gestrichen werden. Im Gespräch ist derzeit ein zweites Rennen in Japan (Fuji), die Rückkehr Mexikos oder die Premiere Südkoreas. Auch Indien und Singapur sind Kandidaten für die ferne Zukunft.

Nachdem in den vergangenen Jahren China, Bahrain und die Türkei aufgenommen worden sind, gab es in dieser Saison kein Debüt-Rennen. Völlig offen ist derzeit die genaue Gestaltung des WM-Kalenders 2007. In diesem Jahr wurde die Saison zum ersten Mal in Bahrain eröffnet, doch 2007 könnte Melbourne wie in den Jahren zuvor wieder den ersten Grand Prix ausrichten. Allerdings könnte auch die Reihenfolge von diesem Jahr beibehalten werden, wofür sich schon einige Teamchefs ausgesprochen haben: Bahrain, Malaysia, Australien.

© SID

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