Motorsport Formel1
Formel-1-Rebellen lehnen Friedensangebot ab

Die Formel-1-Rebellen haben Max Mosleys Friedensangebot abgelehnt und wollen den FIA-Präsidenten jetzt stürzen.

Nach Informationen von auto motor und sport soll der italienische Verbandspräsident Luigi Macaluso auf Anweisung von Ferrari-Boss Luca di Montezemolo am Mittwoch (24. Juni) auf der Sitzung des World Councils des Automobil-Weltverbandes FIA ein Misstrauensvotum gegen Mosley stellen.

Mosley bot den acht abtrünnigen Fota-Teams, die 2010 eine eigene Rennserie in Konkurrenz zur Formel-1-WM starten wollen, überraschend ein Treffen an. Doch die lehnten ab. "Wir organisieren eine neue Meisterschaft", erklärte Montezemolo. "Wir haben genug geredet. Es reicht", sagte Renault-Teamchef Flavio Briatore dem britischen Magazin Autosport: "Wir haben unser Statement abgegeben, und das ist sehr klar."

Lösung für Briatore nicht in Sicht

Für Briatore ist eine Lösung des Machtkampfs um das künftige Formel-1-Regelwerk nicht in Sicht. "Wir werden unsere Rennserie in den nächsten Wochen auf die Beine stellen", meinte der Italiener. Nach SID-Informationen gibt es schon einen konkreten Entwurf für einen Verstanstaltungskalender, der insgesamt 17 Rennen umfassen soll.

Promoter Bernie Ecclestone will die Spaltung der Formel 1 unbedingt verhindern. "Ich habe diesem Sport mehr als 35 Jahre meines Lebens geopfert, und meine Ehe ist wegen der Formel 1 in die Brüche gegangen. Ich lasse nicht zu, dass man die Formel 1 kaputt macht wegen eigentlich gar nichts", sagte der 78-Jährige.

Ecclestone warnt die Fota

Gleichzeitig warnte Ecclestone die Teamvereinigung Fota vor der Einführung einer eigenen Rennserie. "Das würde nur im Chaos enden", meinte der Brite: "Jeder würde jeden verklagen und ein Vermögen für Anwälte ausgeben. Es würde nichts passieren, es gäbe keine andere Serie, das wäre das Ende - ein totales Desaster." Auch für den früheren Weltmeister Niki Lauda wären zwei Serien "völliger Irrsinn".

Dass die Pläne für die "New Formula" weit fortgeschritten sind, bestätigte Briatore: "Wir arbeiten schon seit einigen Wochen daran. Wir wollen eine von der Fota organisierte Formel-1-Meisterschaft." Und was ist mit den versöhnlichen Tönen Mosleys in Silverstone? "In den vergangenen zwei Tagen hat sich nichts geändert. Mehr will ich jetzt nicht mehr sagen", meinte Briatore.

Spaltung näher als Kompromiss?

Auch Fota-Vizepräsident John Howett von Toyota glaubt, dass eine Spaltung näher ist als ein Kompromiss: "Wenn man sich die überwältigende Unterstützung der Öffentlichkeit für uns anschaut, dann braucht es jetzt schon einen signifikanten Schritt der FIA in unsere Richtung." Und Mclaren-Teamchef Martin Whitmarsh sagt: "Ich glaube nicht, dass eine Einigung nahe ist. Es ist schwierig, an einem Sonntag Fortschritte zu machen, wenn man sich auf den Motorsport konzentriert."

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