Motorsport Formel1
Hamilton droht FIA-Strafe

Lewis Hamilton droht Ärger durch den Automobil-Weltverband. Der hat eine Untersuchung gegen den WM-Spitzenreiter eingeleitet. Hamiltons Verhalten soll zum Unfall zwischen Vettel und Webber beigetragen haben.

Lewis Hamilton muss mit Ärger durch den Automobil-Weltverband rechnen. Die FIA ermittelt derzeit gegen den WM-Spitzenreiter. Dabei geht es um das umstrittene Verhalten des 22-jährigen Briten in der Safety-Car-Phase beim Großen Preis von Japan am vergangenen Sonntag, das zum Unfall zwischen Sebastian Vettel (Heppenheim) und Mark Webber (Australien) beigetragen haben soll. Hamilton droht als Höchststrafe theoretisch sogar der Verlust des Sieges vom vergangenen Sonntag, damit würde sein Vorsprung auf den teaminternen Erzrivalen Fernando Alonso von zwölf auf zwei Punkte schrumpfen. Wahrscheinlicher dürfte aber eine Rückversetzung in der Startaufstellung für den Großen Preis von China am Sonntag (8 Uhr Mesz/live in Premiere und RTL) sein, wo der 22-jährige Brite seinen ersten Matchball hat.

Das Formel-1-Management (FOM) von Bernie Ecclestone hat das Video inzwischen sperren lassen. Statt des Films ist jetzt ein Hinweis zu sehen, dass die FOM wegen einer Urheberrechtsverletzung interveniert habe.

"Es ist neues Beweismaterial vorgelegt worden, das die Rennkommissare untersuchen. Es gab am Donnerstag eine Befragung von Hamilton und seinem Teammanager", sagte FIA-Sprecherin Alexandra Schieren dem sid. Am Freitag würden die Rennkommissare die Untersuchung weiterführen, frühestens dann sei mit einer Entscheidung zu rechnen. Im Paragraph 179 b des "International Sporting Code" der FIA ist festgelegt, dass die Stewards auch nachträglich das Recht zu einer Bestrafung haben, falls ein "neues Element entdeckt wird".

"Smoker893" sorgt für Wirbel

Auf dem von der Tribüne aufgenommenen Video des 34-Jährigen Japaners "Smoker893" ist deutlich zu sehen, wie Hamilton hinter dem Safety Car aus unerfindlichen Gründen nach rechts raus fährt, fast anhält und damit gegen Artikel 40.10 der Regeln verstößt.

Der zu diesem Zeitpunkt sensationell drittplatzierte Toro-Rosso-Pilot Vettel war daraufhin mit dem vor ihm fahrenden Webber kollidiert. Beide Fahrer schieden aus, Hamilton war seine ärgsten Konkurrenten los. "Lewis hat einen Scheißjob gemacht. Sebastian ist ganz klar deshalb in mich reingefahren, weil Lewis nicht das gemacht hat, was er tun sollte", meinte Webber. Vettel erklärte, dass er gedacht habe, "dass Hamilton aufgeben muss".

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost war beim Stöbern im Internet auf das Video gestoßen und hatte es der FIA vorgelegt. Dabei sei seine Motivation nicht eine Bestrafung von Hamilton, sondern die Rücknahme der Bestrafung von Vettel gewesen. Das 20 Jahre alte deutsche Supertalent war von der FIA als angeblicher Unfallverursacher mit einer Rückversetzung in China um zehn Positionen belegt worden. Mclaren-Mercedes wollte sich zur "Youtube"-Affäre nicht äußern, da es von der FIA keine offizielle Information über eine Untersuchung gebe.

Alonso: "Freue mich auf den Montag nach Brasilien"

Alonso hatte am Donnerstag in Schanghai mit einem schwarz-weiß karierten Armband im Stil einer Zielflagge wohl endgültig das vorzeitige Ende der skandalträchtigen Zusammenarbeit mit den Silberpfeilen eingeläutet. "Ich habe unter mehr schwierigen und frustrierenden Momenten in dieser Saison gelitten als sonst", sagte der mit einem Kontrakt bis 2009 ausgestattete Alonso und fügte lächelnd hinzu: "Ich freue mich sehr auf den Montag nach dem letzten Rennen in Brasilien. Kein Zweifel." Der alte Arbeitgeber Renault hat dem zweimaligen Champion offiziell ein Angebot gemacht, auch Ferrari und Toyota sind heftig interessiert.

Danach nährte der im Zuge der Spionage-Affäre in Ungnade gefallene Spanier sogar Spekulationen über eine teaminterne Bevorteilung seines Konkurrenten Hamilton im WM-Endkampf. Auf die Frage, ob der WM-Spitzenreiter möglicherweise durch den Reifendruck oder andere Details besser gestellt sei, meinte der noch amtierende Weltmeister Alonso: "Das ist eine sehr schwierige Frage. Darauf antworte ich lieber nicht."

© SID

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