Motorsport Formel1
Hamilton gewinnt ersten Schlagabtausch

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat im freien Training zum Großen Preis von Brasilien die schnellste Zeit hingelegt. Wegen einer "Reifen-Panne" muss Mclaren-Mercedes 15 000 Dollar strafen zahlen.

Lewis Hamilton und die Silberpfeile sind nach einem Fehlgriff bei den Reifen mit einem blauen Auge davongekommen. Mclaren-Mercedes muss wegen des Regelverstoßes im freien Training vor dem Saisonfinale am Sonntag (18.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) in Sao Paulo lediglich 15 000 Euro Strafe zahlen.

Zudem muss Hamilton am Wochenende mit einem Reifensatz weniger über die Runden kommen. Dieses Urteil verhängten die Sportkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA nach 75-minütiger Beratung, nachdem der 22-jährige Brite zuvor 15 Minuten angehört worden war. Damit hält der WM-Spitzenreiter weiterhin alle Trümpfe in der Hand und kann sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte krönen.

Silberpfeile haben sich selbst angezeigt

Es war das zweite Mal in nur zwei Wochen, dass gegen Hamilton wegen eines Regelverstoßes eine Untersuchung eingeleitet worden war. Laut Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatten die Silberpfeile den brisanten Fall selbst angezeigt, um so einer drastischen Strafe zu entgehen. "Wir haben den Vorfall den Stewards gemeldet." Wie konnte es überhaupt erst zu dem Malheur kommen? Dazu Haug: "Das war eine simple Verwechslung vom Team nach der Installationsrunde und nichts, was Lewis bei fünf gezeiteten Runden einen Vorteil fürs Wochenende gebracht hätte."

Hamilton und zwei weitere Fahrer hatten am Freitag im 1. freien Training zwei Sätze Regenreifen verwendet. Laut Artikel 25.3 des sportlichen Reglements darf kein Fahrer während des 1. und 2. freien Trainings mehr als einen Satz Regenreifen und einen Satz Reifen für extremen Regen verwenden. Schlimmstenfalls hatte Hamilton in der Startaufstellung für den Brasilien-Grand-Prix eine Strafversetzung um zehn Plätze zurück gedroht.

Alonso eine Hundertstelsekunde hinter Hamilton

Auf der Rennstrecke lief für Hamilton dagegen alles ganz rund. Der Mclaren-Mercedes-Pilot gewann das mit Spannung erwartete erste Kräftemessen der drei Titelkandidaten und legte in 1:12,767 Minuten die erste Bestzeit vor. Nur eine Hundertstelsekunde langsamer war Hamiltons Teamkollege und Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien) auf Rang zwei. Dahinter folgten die Ferrari-Rivalen Felipe Massa (Brasilien) und Kimi Räikkönen (Finnland) auf den Positionen drei und vier.

Mit den Reifen hat der junge Brite offenbar kein Glück: In Schanghai hatte er seinen ersten Matchball vergeben, als er auf ruinierten Gummis von der Strecke gerutscht und dann im Kiesbett steckengeblieben war.

Hamilton führt die WM-Wertung mit vier Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen und Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien) an. Dem besten Neuling aller Zeiten würde schon ein zweiter Platz zum Titelgewinn reichen. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (Finnland) geht bei sieben Zählern Rückstand auf Hamilton als Außenseiter in das spannendste Finale seit 21 Jahren.

Neben Hamilton hatten auch der Brite Jenson Button (Honda) und der Japaner Takuma Sato (Aguri-Honda) am Freitag in Sao Paulo zu viele Reifensätze benutzt und die gleiche Strafe erhalten.

Schnellster der fünf deutschen Fahrer war Nico Rosberg (Wiesbaden) als Siebter im Williams-Toyota. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) landete auf Rang zehn, direkt vor Ralf Schumacher im Toyota. Sebastian Vettel (Heppenheim) wurde im Toro-Rosso-Ferrari 17., Adrian Sutil (Gräfelfing) fuhr im Spyker-Ferrari auf Platz 21.

© SID

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