Motorsport Formel1
"Iceman" droht die Rolle als Wasserträger

In der heißen Phase des Titelkampfs in der Formel 1 ist Kimi Räikkönen nur Nebendarsteller. Dem Weltmeister droht die Rolle als "Wasserträger" für seinen Teamkollegen Felipe Massa.

Ausgerechnet beim Ferrari-Heimspiel in Monza droht Weltmeister Kimi Räikkönen die Rolle als Wasserträger. Weil der "Iceman" fünf Rennen vor Schluss mit 19 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton fast aussichtslos zurückliegt, denkt man in Maranello vor dem Großen Preis von Italien am Sonntag (14 Uhr Mesz/live in RTL und Premiere) an eine Teamorder zu Gunsten des Brasilianers Felipe Massa. Den trennen auf Platz zwei immerhin nur zwei Punkte von Spitzenreiter Lewis Hamilton.

"Wie immer bei Ferrari werden wir das tun, was für das Team das Beste ist", sagte Teamchef Stefano Domenicali: "Beide Fahrer wissen, dass sie im Falle eines Falles auf die Unterstützung des anderen zählen können." Das war schon im vergangenen Jahr so, als Massa im entscheidenden letzten Rennen in seiner Heimat Brasilien Räikkönen kampflos passieren ließ und dem "Iceman" so zum Weltmeister krönte. Jetzt erwartet Massa die Revanche des Kollegen.

Räikkönen: "Es liegt nicht an mir, ob es Felipe schafft"

Eine unwürdige Situation für einen amtierenden Weltmeister, der 28-jährige Finne mag sich mit der neuen Rolle auch nicht so recht anfreunden: "Es liegt nicht an mir, ob es Felipe schafft oder nicht. Ich werde mein Bestes geben und abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Ich werde versuchen, Rennen zu gewinnen." Wie am letzten Sonntag in Spa, wo er im Kampf um Platz eins gegen Hamilton zwei Runden vor Schluss seinen Ferrari auf regennasser Piste in die Mauer setzte. Es war die Krönung einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen, und einige sahen Tränen in den Augen des sonst so coolen Finnen.

Auch wenn Räikkönen in Belgien eine starke Leistung zeigte, zieht Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eine vernichtende Saisonbilanz für den Champion: "Was ich an Kimi nicht verstehe, ist, warum er den Speed verloren hat. Er ist in der Regel schneller als Massa. Es wirkt, als ob er eingeschlafen wäre." Gary Anderson, einst technischer Direktor beim Rennstall Jordan, hält sogar ein vorzeitiges Ende der Karriere von Räikkönen für möglich: "Ferrari kann nicht zuschauen, wie sich der Mann, den sie als Nachfolger von Michael Schumacher verpflichtet haben, selbst zerstört und ein Mittelfeld-Fahrer wird."

Fehlt Räikkönen die nötige Motivation?

In den letzten Monaten geisterten immer wieder Gerüchte durchs Fahrerlager, dass Räikkönen die Motivation fehle und er zum Saisonende den Helm an den Nagel hängen könnte. Als Indiz für den geplanten Abschied ins Privatleben galt unter anderem, dass er mit seiner bildhübschen Frau Jenni für zehn Mill. Euro eine neue Luxusyacht gekauft haben soll.

Allerdings hat Ferrari-Boss Luca di Montezemolo höchstpersönlich bestätigt, dass Räikkönen und Massa auch 2009 die Fahrerpaarung bei den Roten bilden werden. Und neuerdings heißt es gar, dass der Finne seinen Vertrag bei Ferrari bis 2011 verlängert haben soll. Pro Jahr soll ihm das 25 Mill. Euro bringen - ein ordentliches Schmerzensgeld für einen Wasserträger.

© SID

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