Motorsport Formel1
Massa kann bald den Heimweg antreten

Der in Ungarn schwer verunglückte Felipe Massa kann das Krankenhaus wohl bald wieder verlassen. Erinnerungen an den Unfall hat der Brasilianer keine.

Die Familie des in Budapest schwer verunglückten Brasilianers Felipe Massa hat Spekulationen über ein Karriereende des Formel-1-Piloten entschieden zurückgewiesen und als unseriös bezeichnet. Massas Genesung verlaufe besser als erwartet, sagte sein Vater Luiz Antonio: "Es geht ihm immer besser. Ich würde schon gar nicht mehr sagen, von Tag zu Tag, sondern von Stunde zu Stunde."

Laut seines Arztes Dino Altmann steht einer baldigen Entlassung aus der Klinik in Budapest nichts im Weg. "Ich glaube, dass er in einer Woche schon nach Hause kann", sagte der Mediziner und meinte zu adrivo.com: "Durch die Knochenverletzung oberhalb der Augenhöhle ist der Augapfel nicht betroffen, geschweige denn der Sehnerv. Daher gibt es keinen Grund zu befürchten, dass eine Schädigung der Sehkraft vorliegt. Es hat sich auch eindeutig gezeigt, dass das Gehirngewebe nicht verletzt wurde."

Wenn der Genesungsprozess weiter so gut fortschreite, könne Felipe innerhalb von 60 Tagen wieder im Auto sitzen - das wäre dann beim Grand Prix von Singapur am 27. September. Spätschäden seien nicht zu befürchten. Nach Einschätzung von Peter Bazso, Direktor des AEK Hospitals in Budapest, könne Massa innerhalb der nächsten zehn Tage die Klinik verlassen: "Und das sicher auf eigenen Beinen."

Bald wieder gesund

Massas Ehefrau Raffaela dankte Gott, denn er habe ihren Mann aus einer Situation befreit, die fatal hätte enden können. Felipe habe sehr viel Glück gehabt. Gerüchte über bleibende Schäden und ein mögliches Karriereende würden jeglicher Grundlage entbehren, meinte Massas Gattin: "Ihm geht es gut, er wird keine Folgen davontragen und wird allen bald wieder viel Freude in seinem roten Auto auf der Rennstrecke machen."

Möglicherweise wird Massa vor der Heimreise nach Brasilien erst noch in die Spezialklinik Pitie-Salpetriere nach Paris verlegt. Dort arbeitet Gerard Saillant als Chefarzt, der schon Michael Schumacher und Fußballstar Ronaldo behandelt hatte. Der Vorschlag kam von dem ehemaligen Ferrari-Teamchef Jean Todt, dessen Sohn Nicolas Massas Berater ist.

Keine Erinnerungen an den Unfall

An den Unfall kann sich Massa offenbar nicht mehr erinnern. "Was ist passiert, warum bin ich hier?", soll der 28-Jährige den diensthabenden Arzt gefragt haben. Das jedenfalls berichtete die italienischen Zeitung La Gazzetta dello Sport auf ihrer Homepage. Auch seinen Bruder Eduardo soll er gefragt haben: "Was mache ich hier im Krankenhaus?"

Der Ferrari-Pilot war am Samstag im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn bei Tempo 240 von einer 800 Gramm schweren Stahlfeder am Helm getroffen worden, hatte kurzzeitig das Bewusstsein verloren und war geradeaus in einen Reifenstapel gerast. Per Hubschrauber war er in ein Budapester Krankenhaus geflogen worden, wo bei einer Operation ein kleiner Knochensplitter am Augenhöhlenknochen entfernt worden war. Danach hatten ihn die Ärzte ins künstliche Koma versetzt, aus dem er inzwischen aufgewacht ist.

Auch das linke Auge ist laut Dr. Robert Veres bei dem Unfall in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Ausmaß der Verletzung und eine eventuelle Beeinträchtigung der Sehkraft konnte der Mediziner aber noch nicht abschätzen.

© SID

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