Motorsport Formel1
Rosberg fährt im Training die schnellste Runde

Nico Rosberg hat beim Freien Training in Manama/Bahrain vor Fernando Alonso und Jarno Trulli die schnellste Runde hingelegt. China-Sieger Sebastian Vettel fuhr die fünftbeste Zeit.

Trainings-Weltmeister Nico Rosberg mit seiner Bestzeit und China-Sieger Sebastian Vettel als lockerer Fünfter weckten deutsche Sieghoffnungen in Bahrain, doch die Schlagzeilen schrieben auch in der Wüste die Silberpfeile abseits der Strecke. Trotz der Ausstiegs-Forderung des Betriebsrats und der "Lügen-Affäre" kündigte Sportchef Norbert Haug an, dass Mercedes zumindest vorerst in der Formel 1 bleiben werde.

"Einige Leute haben unterstellt, dass sich Mercedes aus der Formel 1 zurückziehen könnte. Aber Mercedes zieht sich nicht zurück", sagte Haug vor dem Großen Preises von Bahrain am Sonntag (14.00 Uhr Mesz/live in RTL und Premiere): "Wir haben die Bestätigung für unsere Aktivitäten - wenn auch nicht unbeschränkt bis in alle Ewigkeit."

Dennis schreibt Entschuldigungsbrief an Mosley

Mclaren-Mercedes kämpft am 29. April bei der Anhörung des Automobil-Weltverbandes FIA zur "Lügen-Affäre" um seine Zukunft, im schlimmsten Fall droht der WM-Ausschluss. Im Kampf um ein mildes Urteil schrieb der nach dem Rücktritt von Ron Dennis zum Mclaren-Boss aufgestiegene Martin Whitmarsh einen Entschuldigungsbrief an FIA-Präsident Max Mosley. "Wir kooperieren mit der FIA, jeder weiterer Kommentar zu diesem schwebenden Verfahren bringt Unruhe", sagte Haug dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Ein weiterer Krisenherd ist die Forderung des Daimler-Betriebsratsvorsitzenden Helmut Lense, mit Blick auf geplante Einsparungen von zwei Mrd. Euro im Konzern aus der Königsklasse auszusteigen. "Darüber sprechen wir in Stuttgart und nicht an der Rennstrecke", kommentierte Haug.

Dort war in der sengenden Sonne bei 36 Grad wieder einmal Nico Rosberg im Williams-Toyota in 1:33,339 Minuten ganz vorn - allerdings will der Trainings-Weltmeister diesmal auch im Rennen endlich um den Sieg mitfahren. "Wir sind noch ein bisschen weiter vorne als sonst. Wir haben ein gutes Auto, ich liebe diese Strecke", sagte Rosberg, der bislang einen sechsten Platz als bestes Saisonresultat zu Buche stehen hat: "Früher oder später wird es auch im Rennen klappen. Wir können hier ein tolles Resultat einfahren - ein Podest wäre natürlich ein Traum."

"Regenkönig" Vettel will auch in der Hitze gewinnen

Platz zwei im Training belegte der Spanier Fernando Alonso im Renault in 1:33,530 Minuten vor dem Italiener Jarno Trulli im Toyota (1:33,616). Der nach dem zweiten Triumph seiner Karriere von Mercedes und Ferrari umworbene Vettel war als Fünfter in 1:33,661 Minuten in Schlagdistanz zu den Besten. "Keine Frage, wir wollen hier gewinnen. Auch wenn es am Sonntag nicht regnen sollte", sagte "Regenkönig" Vettel grinsend.

Allerdings könnte es diesmal nach Vorhersagen lokaler Wetterexperten einen Sandsturm geben - genau die richtigen schwierigen Bedingungen für den bei einer Umfrage von t-online.de mit 68 Prozent der Stimmen zum beliebtesten deutschen Formel-1-Fahrer gewählten Vettel. Er hat in der WM-Wertung als Dritter elf Punkte Rückstand auf den im Training nur siebtplatzierten WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien). Vettel glaubt jedoch an ein Täuschungsmanöver von Brawn: "Die sind mit mehr Benzin gefahren. Ich denke, sie könnten hier das schnellste Auto haben."

Sutil auf Platz acht, Heidfeld auf zwölf

Adrian Sutil (Gräfelfing) belegte im Force-India-Mercedes mit neuem Diffusor in 1:33,763 Minuten einen starken achten Platz, eine Tausendstelsekunde vor Timo Glock (Wersau) im Toyota. BMW-Fahrer Nick Heidfeld (Mönchengladbach) fuhr auf Rang zwölf. Die nach dem schwächsten Saisonstart seit 1981 in die Krise geratenen Team-Weltmeister von Ferrari landeten durch Felipe Massa (Brasilien) und Kimi Räikkönen (Finnland) auf den letzten beiden Plätzen. Allerdings träumen die Ferraristi schon von einem Dream-Team mit Alonso (angeblicher Vorvertrag ab 2010) und Vettel, der ab 2011 bei den Roten in die Fußstapfen des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher treten könnte.

Der am Vormittag noch zur Bestzeit gefahrene Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) belegte auf dem Wüstenkurs Platz vier - immerhin ein Hoffnungsfunken für die Silberpfeile auf der Strecke. Haug: "Wir wollen uns auf den Sport konzentrieren."

© SID

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