Motorsport Formel1
Schumacher auf Augenhöhe mit Weltmeister Alonso

Nur zwei Zehntelsekunden fehlten Michael Schumacher beim ersten freien Training zum Großen Preis von Australien in Melbourne zu Weltmeister Fernando Alonso. Das Rennen am Sonntag verspricht einen spannenden Zweikampf.

Nach dem ersten freien Training zum Großen Preis von Australien am kommenden Sonntag (6 Uhr/live bei RTL und Premiere) auf dem Stadtkurs im Albert Park war der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher sichtlich zufrieden. Dazu hatte der Kerpener auch allen Grund, schließlich war Schumacher im Ferrari nur zwei Zehntelsekunden langsamer als der amtierende Titelträger und Topfavorit Fernando Alonso (Spanien). "Wir sind eng beieinander, das spiegelt die Kräfteverhältnisse der Formel 1 wider. Wir sollten hier schon besser unterwegs sein als in Malaysia", sagte Schumacher.

Schumacher peilt Pole Position an

Dass WM-Spitzenreiter Alonso im Renault als Fünfter einen Platz vor ihm stand, störte Schumacher wenig. "Ich bin zufrieden, auch wenn wir unser geplantes Programm heute nicht zu hundert Prozent erledigen konnten. Das lag aber am starken Verkehr der auf der Strecke", sagte der 37-Jährige, in der WM-Wertung vor dem dritten Saisonrennen des Jahres mit elf Punkten hinter Alonso (18) Zweiter. Danach blies Schumacher zur Attacke auf den Spanier: "Ich will im Qualifying am Samstag am liebsten ganz vorne stehen."

Ferrari-Teamchef Jean Todt sprach von einem äußerst produktiven Tag: "Wir haben hauptsächlich an der Abstimmung unserer beiden Autos gearbeitet." Die Ingenieure müssten jetzt die Daten auswerten, sagte der Franzose. Der entscheidende Faktor an diesem Wochenende sei die Temperatur, so Todt: "Davon hängt es ab, die richtige Reifenwahl zu treffen." Laut Technikchef Ross Brawn sei es am Freitag mit 21 Grad Celsius kühler als erwartet gewesen: "Da dauert es natürlich etwas länger, bis die Reifen optimalen Grip aufbauen. Insgesamt gab es allerdings keine Probleme."

Alonso spuckt leise Töne

Zurückhaltend und etwas nachdenklich wirkte Alonso. "Ich denke, man muss erstmal abwarten, denn wir haben erst zwei Rennen gewonnen. Die WM ist diesmal schon zu Beginn viel umkämpfter als im Vorjahr", sagte der Spanier, der nach dem Auftaktsieg in Bahrain vor 14 Tagen in Malaysia hinter seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella (Italien) den zweiten Platz belegt. Alonso: "Ich denke, dass vier Teams - Honda, Mclaren, Ferrari und Renault - Rennen gewinnen können. Also sind acht Fahrer siegfähig. Michael Schumacher ist immer ein harter Brocken, gerade in Melbourne. Ich zähle Ferrari zu den Favoriten."

Schnellster beim ersten Kräftemessen war der britische Honda-Testfahrer Anthony Davidson. Kimi Räikkönen (Finnland) landete im Mclaren-Mercedes auf Rang sieben, Nick Heidfeld (Mönchengladbach) kam im BMW-Sauber auf Platz 16, Toyota-Pilot Ralf Schumacher kam nicht über Position 19 hinaus. Neuling Nico Rosberg (Wiesbaden) belegte im Williams-Cosworth Rang 22, Midland-Testfahrer Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) fuhr auf Platz 26.

Räikkönen war bis auf einen kleinen Ausrutscher zufrieden. "Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten, und die Reifenmischung ausgewählt", sagte der Finne, der in Malaysia in Runde eins von dem Österreicher Christian Klien "abgeschossen" worden war. Laut Mercedes-Sportchef Norbert Haug habe man sich auf die Rennabstimmung konzentriert: "Alles ist bis jetzt in Ordnung."

Viel Arbeit für BMW-Sauber

Noch viel zu tun gibt es für das neue BMW-Sauber-Team. "Das Auto war besser als die Rundenzeit vermuten lässt, doch diese Freitage gefallen mir nicht besonders", sagte Heidfeld, dessen Teamkollege Jacques Villeneuve (Kanada) vier Ränge besser platziert war.

Der Ex-Weltmeister hatte in Malaysia als Siebter die ersten beiden WM-Punkte für das Team geholt, doch für Melbourne dämpft er die Erwartungen: "Weil ich einen neuen Motor bekomme, werde ich von weit hinten starten. Das ist schade, denn Balance und Speed sind gut."

Für Shooting-Star Rosberg, um den es im Vorfeld Spekulationen über einen Wechsel zu Mclaren-Mercedes gegeben hatte, lief der Tag nicht wunschgemäß. Der Stadtkurs sei schwieriger zu fahren als er sich das vorgestellt habe. Außerdem hatte er technische Probleme und habe ein paar Fehler gemacht, gestand der 20-Jährige: "Ich brauche noch einige Runden, dann sollte es schon klappen."

© SID

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