Motorsport Formel1
Schumacher lüftet in Monza das Geheimnis

Die Frage, ob Michael Schumacher der Formel 1 erhalten bleibt oder ob der Rekordweltmeister nach der Saison 2006 seine aktive Laufbahn beendet, will der Kerpener am Rennwochenende in Monza (10. September) beantworten.

Nur knapp zwei Wochen nachdem der siebenmalige Weltmeister beim Rennen in Barcelona angekündigt hatte, seine Entscheidung über ein mögliches Karriereende in der Formel 1 in Absprache mit Ferrari erst am Ende der Saison bekannt zu geben, will sich Michael Schumacher nun doch schon beim Großen Preis von Italien am 10. September in Monza festlegen.

Grund für den Sinneswandel ist ein Missverständnis mit Ferrari-Teamchef Jean Todt, der auf eine raschere Entscheidung Schumachers drängte. "Das war ein Verständigungsproblem zwischen uns. Ich wollte es am Saisonende bekannt geben. Aber Monza ist wohl der passende Moment", erklärte der 37-jährige Schumacher vor dem Großen Preis von Monaco am Sonntag in Monte Carlo (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL).

Valentino Rossi wird kein Formel-1-Pilot

Während Schumachers Zukunft weiter offen ist, hat Ferrari dagegen in einer anderen Personalie seit Mittwoch Gewissheit. Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi ("Ich habe in meinem Sport noch einiges vor") wird nicht von zwei auf vier Räder wechseln. Der Italiener, der in den vergangenen Monaten schon mehrfach Testfahrten im Ferrari absolviert hatte, sagte den "Roten" endgültig ab. Schumacher beurteilte den Verzicht Rossis mit gemischten Gefühlen. "Einerseits ist es schade, andererseits kann ich es verstehen. Valentino weiß, was er in seiner Motorradwelt hat. In der Formel-1-Welt gibt es andere Umstände", sagte Schumacher, lobte Rossi aber als "großes Talent".

Mit großer Vorfreude, aber auch einigen Sorgenfalten blickt Schumacher indes dem "Leiptlankengeschlängel" in Monaco entgegen. "Die Herausforderung ist ungebrochen. Es ist ein tolles Gefühl, so dicht und mit so einer Geschwindigkeit an den Straßenbegrenzungen vorbeizurasen", meinte Schumacher, warnte aber auch: "Es ist sicherlich das mit Abstand gefährlichste Rennen des Jahres. Es ist schon besorgniserregend." Schumacher liegt nach seinen beiden Saisonsiegen in Imola und am Nürburgring mit 15 Punkten Rückstand auf Platz zwei hinter Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien) im Renault.

Obwohl der letzte seiner insgesamt fünf Siege in Monaco bereits fünf Jahre her ist, rechnet sich Schumacher durchaus Chancen auf seinen dritten Saisontriumph aus. "Unser Auto ist sehr gut und sollte es uns ermöglichen, überall konkurrenzfähig zu sein", sagte er.

Lauda: Rennen in Monaco ist "völlig bekloppt"

Der 3,340 Kilometer lange Stadtkurs beschert aber nicht nur Schumacher eine Gänsehaut. "Die Runden durch das Fürstentum sind die Kronjuwelen der Formel 1", beschrieb BWM-Motorsportdirektor Mario Theissen das Wimbledon der Königklasse. Für Ex-Weltmeister Niki Lauda ist der Grand Prix im Land der Schönen und Reichen schlichtweg "völlig bekloppt".

Aus Sicht der Piloten indes gleicht das Rennen mit seinen engen Kurven, der Fahrt durch den legendären Hafentunnel, den markerschütternden Kanaldeckeln und den rund 3 000 Schaltvorgängen einem Ritt auf der Rasierklinge. "Die Fahrer, die den Kurs immer loben, wollen doch nur cool sein. Es ist gefährlich", erklärte Toyota-Pilot Ralf Schumacher, während Promis wie Boris Becker den Flair des PS-Spektakels einfach nur genießen. "Es ist so laut, als würde ein Hubschrauber auf deinem Kopf landen. Von den Yachten aus kannst du in ein paar Metern Entfernung die Strecke sehen", sagte der ehemalige Tennis-Star.

Die "Silbernen" von Mclaren-Mercedes, derzeit die Nummer drei in der Konstrukteurs-WM hinter Renault und Ferrari, setzen indes auf das gute Omen von Monte Carlo. "Wir haben gute Erinnerungen, seit 1998 haben wir hier bei acht Rennen viermal gewonnen", erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug mit Blick auf den letztjährigen Sieg von Kimi Räikkönen (Finnland) im Fürstentum.

© SID

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