Motorsport Formel1
Schumacher muss aus zweiter Reihe starten

Beim Qualifying für den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone ist für Michael Schumacher der dritte Platz herausgesprungen. Seine vierte Pole in Folge sicherte sich der Spanier Fernando Alonso.

Aus der zweiten Startreihe wird Michael Schumacher beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone am Sonntag (13 Uhr Mesz/live bei RTL und Premiere) starten. Im Qualifying fuhr der Formel-1-Rekordweltmeister auf der 5,141km langen Traditionsstrecke in 1:20,574 Minuten auf Platz drei. Die angekündigte WM-Aufholjagd des Ferrari-Piloten machte mit seiner vierten Pole in Serie ausgerechnet der ärgste Rivale und Weltmeister Fernando Alonso im Renault (1:20,253/Spanien) zunichte. Mclaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen aus Finnland (1:20, 397) verdrängte Schumacher nach Ablauf der offiziellen Zeit in der dritten Quali-Session sogar noch in die zweite Startreihe und sorgte beim 37-Jährigen für ein wenig Frust.

Schumacher: "Natürlich ist es einfacher, ein Rennen von der Pole Position aus zu planen. Die Umstände sind schwierig, es ist windiger als erwartet. Aber trotzdem sehe ich keinen Grund, warum wir nicht um den Sieg fahren sollten." Ralf Schumacher erreichte im Toyota den siebten Rang, BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) wurde Neunter. Der Wiesbadener Nico Rosberg (Williams) landete auf Platz zwölf.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug lobte dagegen Pechvogel Räikkönen nach seinem "Last-Minute"-Husarenstück überschwänglich. "Kimi hat einen super Job gemacht. Im Rennen ist jetzt alles drin", unkte Haug. Der Kerpener Ralf Schumacher erreichte im Toyota den siebten Rang (1:21,0 739), BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld (Mönchengladbach) wurde in 1:21,329 Minuten Neunter. Der Wiesbadener Nico Rosberg (1:21,567/Williams) landete auf Platz zwölf.

Schumacher indes verpasste den zweiten Punktsieg binnen 19 Stunden, nachdem er am Freitagabend unbeschadet den Krisengipfel der Fahrergewerkschaft Gpda überstanden hatte und so den gelungenen WM-Auftakt der deutschen Fußballer gegen Costa Rica (4:2) via TV verfolgen konnte. "Ich habe viele gute Dinge gesehen. Ein bisschen Arbeit gibt es auch noch. Aber man muss nicht immer nur über das Negative reden. Es war ein sehr schöner Auftakt für die Mannschaft in die WM", sagte der Hobby-Kicker, der vor dem Meeting sogar seine Abwahl als Gpda-Direktor nicht ausgeschlossen hatte. Allerdings stehen im August turnusmäßige Neuwahlen an.

Blieb vor weiteren Konsequenzen verschont

Trotz des erlittenen Imageschadens blieb Schumacher damit vor weiteren Konsequenzen verschont und durfte sich nach dem nur 26-minütigen Treffen sogar als stiller Sieger führen. Einige Experten kritisierten allerdings die "Drückeberger-Mentalität" der anderen Piloten. Zumindest "Schumis" Hauptkritiker Mark Webber (Australien/Williams) hatte den 37-Jährigen bereits zuvor in einem 20-minütigen Vier-Augen-Gespräch zur Sprache gestellt. "Ich habe Michael meinen Teil gesagt, bevorzuge es aber, darüber nicht öffentlich zu reden. Ich bin happy mit dem, was besprochen wurde", sagte Webber, der wie unter anderem auch Alonso nicht an dem Gpda-Treffen teilgenommen hatte.

Durch die "Rascasse"-Affäre hat das Denkmal Schumacher aber deutliche Kratzer erhalten. Sogar der frühere Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hielt sich mit Kritik nicht länger zurück und bezeichnete Schumachers Parkmanöver als Verzweiflungstat. "Ich interpretiere es als Versuch, noch einmal die WM zu gewinnen, um als Weltmeister aufzuhören. So etwas ist schlecht für den Sport", sagte Hubbert.

Ex-Weltmeister Damon Hill ging noch einen Schritt weiter und unterstellte "Schumi" sogar Realitätsverlust. "Ich glaube wirklich, dass Michael in einer Seifenblase lebt. Er hat den Bezug zur Wirklichkeit verloren", sagte der 45-jährige Brite, der sich mit Schumacher in den Neunziger Jahren harte Duelle geliefert hatte. Hill: "Michael kapiert nicht, warum er jetzt so viel Prügel einstecken muss. Er ist verwirrt, was ich sehr schockierend finde."

© SID

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