Motorsport Formel1
"Schumi-Blockade" sorgt für Differenzen

Mit einer umstrittenen Aktion hat Formel-1- Rekordweltmeister Michael Schumacher die Pole Position beim Großen Preis von Monaco gerettet.

Sauer aufgestoßen ist der Formel-1-Konkurrenz von Michael Schumacher dessen mutmaßlich "erschummelte" Pole Position beim Großen Preis von Monaco. Der in Führung liegende Kerpener kam kurz vor Ende der Qualifikation für den Grand Prix im Fürstentum (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) in der Rascasse-Kurve von der Ideallinie ab und blieb in der engen Straßenschlucht mit seinem Ferrari an der äußeren Leitplanke stehen. Damit behinderte er seine nachfolgenden Konkurrenten, allen voran Weltmeister Fernando Alonso im Renault, entscheidend bei der Jagd nach der Bestzeit.

Besonders Renault-Teamchef Flavio Briatore schäumte vor Wut und unterstellte seinem früheren Schützling Schumacher Absicht. "Das war doch eindeutig, das dürfte ein siebenmaliger Weltmeister wie Schumacher eigentlich nicht mehr nötig haben. Er hat sein Auto ja quasi in der Kurve geparkt. Ich bin stinksauer", schimpfte der temperamentvolle Italiener, während auch Mclaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis eindeutig Stellung gegen Schumacher bezog: "Das war schon offensichtlich. Es ist interessant, was jetzt passieren wird." Die Rennkommissare kündigten unmittelbar nach Ende der Qualifikation eine Untersuchung an und ließen Schumacher noch um Startplatz eins zittern.

Der 37-Jährige konterte nach der Fahrt zu seiner dritten Pole Position in dieser Saison nach Bahrain und San Marino die Vorwürfe gewohnt cool. "Ich wollte noch eine schnelle Runde, dann habe ich Probleme mit dem Auto gehabt und habe überbremst. So etwas passiert", erklärte der fünfmalige Monaco-Sieger.

"Wäre eine Schande"

Schumacher wusste aber auch, dass er mit dem Zwischenfall erneut seine Kritiker auf den Plan gerufen hatte. "Natürlich wird es wieder solche Leute geben, die mir nicht glauben. Aber das wäre eine Schande. Ich kann nur schildern, wie es wirklich war", sagte der Kerpener.

Alonso, der in seiner beeinträchtigten letzten Runde in 1:13,962 Minuten gerade einmal 64 Tausendstelsekunden langsamer war als Schumacher bei seiner Bestzeit (1:13,898), hielt sich vor dem 7. von 18 WM-Läufen mit eindeutigen Vorwürfen zurück. "Ich wäre auf die Pole Position gefahren, aber ich kann ja jetzt nichts mehr machen. Ich habe meine Meinung zu der Schumacher-Aktion, die behalte ich aber für mich", sagte der jüngste Weltmeister aller Zeiten und gab sich trotzig: "Ich bin dennoch optimistisch für das Rennen."

Hinter Schumacher und Alonso geht Williams-Pilot Mark Webber (Australien/1:14,082) von Position drei auf den 3,340km-langen Kurs. Sein Teamkollege Nico Rosberg (Wiesbaden/1:16,636) startet von Position zehn. Toyota-Fahrer Ralf Schumacher (Kerpen) hatte die letzte Qualifikationsrunde knapp verpasst und wurde Elfter. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld blieb wegen eines Defekts an seinem BMW-Sauber vor dem Hafentunnel stehen und kam nur auf den 16. Rang.

Vorjahressieger Kimi Raikkönen (Finnland) nährte mit Startplatz vier die Sieghoffnung der "Silbernen" bei ihrem 40-jähigen Monaco-Jubiläum. "Nach zwei Bestzeiten war die Pole Position für Kimi drin, aber Reihe zwei und drei für Raikkönen und Juan Pablo Montoya sind eine gute Startbasis", analysierte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

© SID

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