Motorsport International
"Silberpfeile" holen Paffett ins Boot

Der Formel-1-Rennstall Mclaren-Mercedes hat Gary Paffett als neuen Testpiloten verpflichtet. Der 25-Jährige kann somit seinen Titel in der Deutschen Tourenwagen Masters wohl nicht verteidigen.

Nach erfolgreichen Probefahrten für Mclaren-Mercedes ist Gary Paffett bei den "Silberpfeilen" zum Formel-1-Testpiloten aufgestiegen. Das gab der Rennstall am Mittwoch bekannt. Erst vor zwei Monaten hatte der Brite den Titelgewinn in der Deutschen Tourenwagen Masters gefeiert.

Damit ist die Fahrer-Besetzung von Mclaren-Mercedes für die WM-Saison 2006 komplett. Die Stammpiloten sind wie in diesem Jahr Kimi Räikkönen (Finnland) und Juan Pablo Montoya (Kolumbien). Als zweiter Testfahrer kommt auch weiter der Spanier Pedro de la Rosa zum Einsatz. Offen ist derzeit noch die Zukunft des scheidenden Ersatzfahrers Alexander Wurz (Österreich).

Ereignisreiche Wochen

Nur zwei Tage zuvor hatten die Silberpfeile für helle Aufregung in der "Königsklasse" gesorgt und die Verpflichtung des amtierenden Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso (Spanien) ab der Saison 2007 verkündet.

"Gary ist ein konzentrierter Fahrer mit gutem Speed und viel Sachverstand bei der technischen Analyse. Er ist ein ruhiger, aber pfiffiger und lustiger Bursche mit sehr viel Talent. Wir werden ihn nun behutsam aufbauen, dann werden wir noch viel Freude an ihm haben. Wenn er weiter hart an sich arbeitet, hat er eine große Zukunft vor sich", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug dem Sport-Informations-Dienst (sid).

"DTM als perfekte Schule"

Der 24-jährige Paffett wird sich im kommenden Jahr ganz auf seine neue Aufgabe in der Formel 1 konzentrieren und den DTM-Titel nicht verteidigen, meinte Haug: "Sein Aufstieg zeigt einmal mehr, dass die DTM eine perfekte Schule für junge Rennfahrer ist. Nach Christijan Albers hat er nun als zweiter DTM-Fahrer in Folge den Sprung in die Formel 1 geschafft."

Paffett habe seine Chance verdient und genutzt, sagte Haug. "In der DTM der vergangenen zwei Jahre hat er seine Fähigkeiten unter härtester Konkurrenz bewiesen", sagte der Mercedes-Sportchef. Der Brite fuhr bei seinen Formel-1-Tests seit dem 28. November mehr als 1 100 Kilometer und habe das Team laut Haug "voll überzeugt".

"Das ist eine tolle Gelegenheit. Ich freue mich auf die vor mir liegende Aufgabe", wird Paffett in einer Mercedes-Pressemitteilung zitiert. Das sei ein Höhepunkt seiner langen Zusammenarbeit mit Mclaren und Mercedes-Benz, meinte der Brite weiter: "Es ist ein schönes Gefühl, dass meine Anstrengungen durch diesen Vertrag mit einem der erfolgreichsten Formel-1-Teams gewürdigt werden und ich jetzt einen Platz in der Formel 1 habe."

Formel 1 steht an erster Stelle

Die DTM habe ihm sehr viel Spaß gemacht, doch künftig stehe die Formel 1 bei ihm an erster Stelle, betonte Paffett: "Ich werde mich ganz auf meine Arbeit als Testfahrer konzentrieren und kann den Beginn unseres Testprogramms 2006 kaum erwarten."

Im Dezember 1999 war Paffett mit dem prestigeträchtigen "Mclaren Autosport Brdc Young Driver of the Year Award" ausgezeichnet worden. Bestandteil dieses Preises war eine Testfahrt im Mclaren-Mercedes, die er im Jahr 2000 absolvierte. Seitdem unterstützte er das Team immer wieder bei der Testarbeit und beim Formel-1-Simulationsprogramm. Seit 2003 fuhr der Engländer für Mercedes-Benz in der DTM, 2004 wurde er Gesamtzweiter, und im Oktober sicherte er sich den Titel 2005.

© SID

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