Motorsport Rallye
Loeb feiert vorzeitigen WM-Titel

Sebastien Loeb steht zwei Rennen vor dem Saisonfinale als Rallye-Weltmeister fest. Der derzeit verletzte Franzose profitierte vom fünften Rang des Verfolgers Marcus Grönholm. Für Loeb ist es der dritte Titel in Serie.

Sebastien Loeb hat den Titel-"Hattrick" geschafft. Der Citroen-Pilot steht bereits zwei Rennen vor dem Saisonfinale zum dritten Mal in Folge als Rallye-Weltmeister fest. Dem derzeit verletzt pausierenden Franzosen ist die Führung im WM-Gesamtklassement nicht mehr streitig zu machen, da der Finne Marcus Grönholm als einzig ernsthafter Konkurrent im Ford Focus bei der Australien-Rallye in Perth nicht über den fünften Rang hinauskam und den Rückstand auf Loeb nicht mehr aufholen kann.

Nach einem Überschlag am ersten Tag, bei dem er rund zehn Minuten verlor, konnte Grönholm in Perth nicht mehr in den Kampf um den Sieg eingreifen. Dabei hätte der Skandinavier mindestens auf Platz drei fahren müssen, um seine theoretische Chance auf den Titelgewinn noch zu wahren. Den 14. von 16 WM-Läufen gewann unterdessen Ford-Pilot Mikko Hirvonen aus Finnland. Für Grönholms Ford-Teamkollegen war es der erste Sieg seiner Karriere. Zweiter wurde Ex-Weltmeister Petter Solberg (Norwegen/Subaru) vor dem Österreicher Manfred Stohl im OMV-Peugeot.

Frustrierter Weltmeister

"Wenn man zu Hause sitzt, nicht eingreifen kann und nur vor dem Internet sitzt, ist das sehr schwierig, ein komischer Moment", sagte "Super Seb", der wegen eines im Training erlittenen Oberarmbruchs die zweite Rallye in Folge nur als Zaungast erlebte, in einer Videokonferenz: "Das ist ein sehr frustrierendes Gefühl, aber es ist dennoch gut zu wissen, dass man die Meisterschaft gewonnen hat."

"Sebastien hatte den Titel schon vor dieser Rallye fast in der Tasche, aber es gab noch eine kleine Chance. Die ist jetzt Vergangenheit", meinte Grönholm. Der Champion von 2000 und 2002 zieht dennoch eine positive Bilanz seiner ersten Saison im Ford-Werksteam. "Wir konnten fast bei jeder Rallye gegen Loeb um den Sieg kämpfen. Das lässt mich hoffen, dass wir im nächsten Jahr die Früchte unserer Arbeit ernten können", sagte Grönholm, der in diesem Jahr bislang immerhin fünf Siege, drei zweite und zwei dritte Plätze zu Buche stehen hat.

Trotz Teamwechsels ganz vorne

Der Dominator war aber erneut Loeb, der als erster Fahrer seit Juha Kankkunen und Tommi Mäkinen (beide Finnland) drei WM-Titel in Folge gewonnen hat. Zudem überbot der 32-Jährige in diesem Jahr den Weltrekord seines früheren Citroen-Kollegen Carlos Sainz (Spanien), der in seiner Karriere 26 Siege feierte, und schraubte die Bestmarke auf 28 Erfolge. Da Loeb bei den letzten beiden Rallyes des Jahres wieder dabei sein wird, könnte er diese Marke noch in dieser Saison weiter ausbauen. Ebenso wie seinen eigenen Rekord von acht Saisonsiegen.

Dabei hatte der Elsässer vor der Saison noch leichte Bedenken, weil er wegen der WM-Pause seines Arbeitgebers Citroen ins belgische Privatteam Kronos wechseln musste. "Das war zu Beginn der Saison eine große Herausforderung. Aber sie haben mir im ganzen Jahr ein perfektes Auto gegeben, genau wie Citroen", meinte Loeb.

Im nächsten Jahr kann er dann wieder in gewohntem Umfeld Titel Nummer vier in Angriff nehmen. Citroen kehrt als Werksteam in die WM zurück und setzt als Nachfolger des Erfolgsmodells Xsara den von Loeb mitentwickelten neuen C4 ein.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%