Motorsport Rallye
Sainz: "Physische und mentale Herausforderung"

Im Vorfeld der am Samstag startenden Rallye Dakar äußert sich Carlos Sainz zu seinen Erwartungen. "Das ganze Rennen ist eine physische und mentale Herausforderung", so der VW-Pilot im Interview.

Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) äußert sich VW-Pilot Carlos Sainz zu seinem "Wechsel" von der Rallye-WM in den Marathon-Bereich und über seine Erwartungen für die diesjährige Rallye Dakar.

sid: "Warum wechseln Sie nach einer sehr erfolgreichen Karriere in der klassischen Rallye-WM die Disziplin und kommen in den Marathon-Bereich?"

Carlos Sainz: "Das ist nicht wirklich ein Wechsel. Ich habe mich entschieden, aus der Rallye-WM auszusteigen. Ich bin dort sehr lange gefahren und war zuletzt bei Citroen im besten Team. Aber für mich war es genug. Die Dakar ist etwas ganz anderes, nicht nur fahrerisch. Das ganze Rennen ist eine physische und mentale Herausforderung. Ich hatte immer im Kopf, wenn ich die Chance bekomme, dann will ich es einmal versuchen."

sid: "Warum haben Sie sich für dieses Abenteuer das VW-Team ausgesucht?"

Sainz: "Es war für mich klar, dass ich in eines der besten Teams gehen wollte, also Mitsubishi oder VW. Ich dachte, es ist gut, in ein Team zu gehen, das die Dakar noch nicht gewonnen hat. Ich denke, VW hat großes Potenzial. Das neue Auto ist viel besser geworden."

sid: "VW hat fünf gute Fahrer und legt großen Wert auf den Teamgedanken. Ist es Ihr erstes Ziel, selbst die Dakar zu gewinnen? Oder wäre es für Sie auch ein Erfolg, zu helfen, dass ein VW gewinnt?"

Sainz: "Bei meinem ersten Start gleich zu gewinnen, ohne vorher in Marokko, Ägypten oder Dubai gewesen zu sein, ist unmöglich. Ich hoffe, dass ich ein gutes Rennen liefern kann. Ich hoffe, dass ich dem Team bei der Fahrwerks-Entwicklung geholfen habe und einer unserer Fahrer gewinnen wird. Für mich ist das erste Jahr ein Lehrjahr, in dem ich alles kennen lernen und verstehen möchte."

sid: "Dann denken Sie also an mehr als ein Jahr bei der Dakar ..."

Sainz: "Man muss die Dakar einmal fahren. Dan kann man entscheiden, ob man es mag oder nicht. Wenn es mir gefällt, dann denke ich natürlich daran, wiederzukommen. Deshalb ist es für mich wichtig, in diesem Jahr zu lernen. Im Moment glaube ich, dass es mir gefallen wird."

sid: "War es für Sie vorher klar, Andreas Schulz als Beifahrer zu verpflichten, wenn Sie die Dakar fahren?"

Sainz: "Wir kennen uns schon, seit ich meine Karriere in der Rallye-WM begonnen habe. Man hat mir immer gesagt, das beste wäre es, jemandem zu vertrauen, den ich gut kennen. Wir haben schon sehr eng miteinander gearbeitet. Deshalb war es für mich klar."

sid: "Andreas Schulz war lange bei Mitsubishi, hat dort mit Jutta Kleinschmidt und Hiroshi Masuoka schon zweimal die Dakar gewonnen. Wie lange haben Sie gebraucht, Ihn vom Wechsel zu VW zu überzeugen?"

Sainz: "Wir standen über all die Jahre immer in Kontakt. Er wusste, dass ich ihn anrufen würde, und ich wusste, dass er mir helfen würde. Ich hoffe, dass wir ein gutes Team bilden. Ich vertraue ihm zu 100 Prozent. Er ist einer der besten Beifahrer überhaupt, und ich mag ihn als Mensch."

sid: "Wie sind die Eindrücke von Ihrem Auto?"

Sainz: "Ich fühle mich immer wohler. Aber ich war noch nie sieben Stunden lang am Stück im Auto bei unterschiedlichsten Bedingungen. Das wird für mich eine große Herausforderung. Ich habe mich physisch und psychisch so gut wie möglich darauf vorbereitet und werde diese Aufgabe annehmen. Bei der Dakar gibt es drei Arten von Etappen. Man hat die Navigation, die Dünen und das Kamelgras. Was die Navigation betrifft, vertraue ich auf meinem Beifahrer, beim Fahren auf mich selbst. Den Sand und die Dünen werde ich mit Geduld kennen lernen."

sid: "Glauben Sie, dass VW bei dieser Dakar Mitsubishi schlagen kann?"

Sainz: "Das ist unser Ziel. Unsere Fahrerbesetzung ist gut, aber Mitsubishi ist immer noch der Favorit. VW hat sehr hart gearbeitet. Alle im Team glauben, dass wir ernsthaft um den Sieg kämpfen können."

sid: "Haben Ihnen die anderen VW-Piloten geholfen?"

Sainz: "Ja, natürlich, eine Menge. Aber sie haben auch oft gelacht, wenn ich wegen meiner mangelnden Erfahrung dumme Fragen gestellt habe."

sid: "Gibt es etwas, wovor Sie Angst haben, wenn Sie an Ihre erste Dakar denken?"

Sainz: "Ich habe nur Bedenken wegen meiner fehlenden Erfahrung in den Dünen und auf dem Kamelgras. Da muss ich von Kilometer zu Kilometer lernen."

sid: "Wie steht es mit Ihrer Erfahrung, beim Ausgraben des Autos?"

Sainz: "Das macht nicht wirklich Spaß. Es ist nichts, was ich oft machen möchte. Man bekommt viel Sand in die Schuhe."

© SID

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