Motorsport Tourenwagen-WM
Müller kämpft um Titelchance

Rechtzeitig vor den Läufen der Tourenwagen-WM in Oschersleben ist BMW-Pilot Jörg Müller zurück in der Erfolgsspur. Der 38-Jährige fährt Sonntag bei seinem Heimspiel um den Titel.

Eine bessere Einstimmung auf das Heimspiel in Oschersleben hätte es für BMW-Werkspilot Jörg Müller nicht geben können. Denn pünktlich vor dem 15. und 16. Lauf der Tourenwagen-WM am Sonntag (12.00 Uhr/live bei Eurosport zwei und 15.45 Uhr/live bei Eurosport) hat Müller in die Erfolgsspur zurückgefunden.

Nach zuvor fünf Nullrunden und nur einem Podestplatz in diesem Jahr feierte er zuletzt im britischen Brands Hatch den ersten Saisonsieg und seinen insgesamt zehnten WM-Triumph. Damit ist der 38-Jährige aus Hückelhoven gemeinsam mit Markenkollege und Titelverteidiger Andy Priaulx (Großbritannien) der erfolgreichste Fahrer in der fünfjährigen WM-Historie.

"Das ist eine schöne Momentaufnahme, aber Andy hat damit drei Titel gewonnen und ich keinen. Deshalb werde ich weiter darum kämpfen, endlich auch einmal ganz oben zu stehen. Wenn ich nicht daran glauben würde, dann könnte ich gleich zu Hause bleiben", sagte Müller im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Aktuell auf Rang fünf

Momentan liegt der Vize-Weltmeister von 2006 - damals fehlten ihm nur zwei Punkte auf Priaulx - auf Gesamtrang fünf (43 Punkte), allerdings bereits mit 22 Zählern Rückstand auf seinen französischen Seat-Piloten Yvan Muller (65), der die WM-Wertung vor seinem italienischen Markenkollegen Gabriele Tarquini (64) und Priaulx (49) anführt. Mit seinem Namensvetter Muller verbinden Müller am Wochenende zwei Dinge. Beide haben bisher ein WM-Rennen in Oschersleben gewonnen und fahren wegen ihrer jüngsten Erfolge mit jeweils 70kg Zusatzgewicht die schwersten Autos im gesamten Feld.

"Man darf aber nicht nur auf die Gewichtstabelle schauen. Ich war im letzten Jahr mit dem schwersten Auto bester BMW-Pilot im Qualifying und habe in einem der beiden Rennen immerhin Platz vier belegt", erinnerte sich Müller, der in seinem Schnitzer-BMW 320si ein klares Ziel vor Augen hat: "Ich will und muss in beiden Läufen punkten und vor Muller einlaufen. Dann ist in den restlichen acht Rennen bei noch zu vergebenden 80 Punkten alles möglich."

Das BMW-Werksteam Schnitzer aus Freilassing hat sich mit einem letzten Test am Mittwoch im tschechischen Most speziell auf Oschersleben vorbereitet. An den 3,696km langen Kurs 35km westlich von Magdeburg hat Müller nach eigener Aussage schöne Erinnerungen. Er liebt die Stadion-Atmosphäre, und außerdem sei es auch eine "BMW-Strecke", das habe die Vergangenheit bewiesen. In der Tat gewannen die Münchner fünf von bisher sechs WM-Läufen. Ausgerechnet Muller hatte die Erfolgsserie im vergangenen Jahr beendet und dabei im Seat Leon TDI für den historischen ersten Diesel-Triumph in der WM gesorgt.

"Turbofaktor spielt eine große Rolle"

Die Turbodiesel der spanischen VW-Tochter sind der Konkurrenz seitdem ein Dorn im Auge, weil sie nicht nur nach Müllers Meinung sehr schwer einzustufen sind. "Der Turbofaktor spielt eine große Rolle, und deshalb ist der Seat auch das beste Auto im Feld", meint Müller, der aber insgeheim auf die perfekte Arbeit von BMW und des Schnitzer-Teams hofft: "Schließlich habe ich in der WM noch eine Rechnung offen."

Für die Zukunft wünscht sich der Rheinländer, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, ein leistungsstärkeres Auto. Nach so vielen Jahren in der EM und WM würde das noch einmal eine neue Herausforderung sein. Sein jetziger Arbeitgeber hätte mit dem neuen, über 500ps starken M3, der 2009 werksseitig in der American Le Mans Series (Alms) zum Einsatz kommt, sogar das passende Fahrzeug im Angebot.

© SID

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