Nach Satelliten-Fehler
Sainz ist wieder Erster der Rallye Dakar

Ein nächtlicher Jury-Entscheid hat Carlos Sainz und seinen deutschen Beifahrer Timo Gottschalk zurück an die Spitze verholfen. Das Duo erhielt eine Zeitgutschrift, weil die Satelliten-Navigation versagt hatte.
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Pisco/BerlinEine Wüsten-Irrfahrt wegen eines defekten Satelliten hätte Carlos Sainz und Timo Gottschalk fast die Führung bei der Rallye Dakar gekostet. Erst nach einer nächtlichen Prüfung der Panne sprach die Jury dem spanischen Piloten und seinem Berliner Navigator am Montag wieder Platz eins bei der zweiten Etappe und in der Gesamtwertung zu.

Die Organisatoren hatten festgestellt, dass die Extrarunden des Duos durch die Ica-Wüste in Südperu am Vortag nicht durch das Navigationssystems im Red-Bull-Buggy verschuldet worden war. Vielmehr hatten die von der Rallye genutzten Satelliten offenkundig das Problem verursacht.

„Die ganze Sache war sehr seltsam“, sagte der zweimalige Rallye-Weltmeister Sainz. „Wir haben eine Wegmarke drei oder viermal durchfahren, bevor wir die Etappe fortsetzen durften“, erklärte Sainz. Sie hätten das Kartenbuch falsch gelesen, hieß es zunächst in der offiziellen Pressemitteilung der Organisatoren. Tatsächlich aber belegten die Daten eindeutig, dass Sainz und Gottschalk immer wieder Runden um einen Kontrollpunkt gedreht hatten, ohne dass die Einheitstechnik in ihrem Rennwagen ihnen die Durchfahrt bestätigte.

„Wir haben uns dann entschieden, einfach weiterzufahren“, berichtete Sainz. Ein riskanter Beschluss. Passiert ein Teilnehmer nicht alle vorgeschriebenen Wegmarken, droht eine Zeitstrafe. Auch so verloren Sainz und Gottschalk durch die Extrarunden erst 21 und dann 26 Minuten und fielen weit zurück. Die Jury aber strich den Zeitverlust komplett, damit war das Duo wieder vorn.

Sainz und Gottschalk starten nach einem Jahr Auszeit diesmal wieder den Angriff auf den Gesamtsieg und verdrängten Titelverteidiger Stéphane Peterhansel vorerst wieder auf Platz zwei. Der im Mini des hessischen x-raid Teams fahrende Franzose lag vor dem Start der dritten Etappe am Montag 5:05 Minuten zurück. Dritter ist der Südafrikaner Giniel de Villiers mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Karlshof) in einem Toyota.

Das Rennen führt über insgesamt etwa 8500 Kilometer und endet am 19. Januar in Santiago de Chile. Die ersten Etappen in den Dünen von Peru gelten als besonders wichtig. Wer in der Wüste Zeit verliert, dürfte es schwer haben, sie auf der Fahrt vom Norden in den Süden bis nach Chile wieder aufzuholen. Auch deshalb lieferte der Eingriff der Jury für Sainz und Gottschalk einen willkommenen Schub.

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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