Motorsport
Paffett steht vor DTM-Titelgewinn

Der Engländer Gary Paffett hat das DTM-Rennen in Istanbul für sich entschieden und steht damit bereits drei Wochen vor dem Saisonfinale praktisch als neuer Titelträger fest. Zweiter am Bosporus wurde Mika Häkkinen.

Für Gary Paffett ist der Titelgewinn bei der Deutschen-Tourenwagen-Masters zum Greifen nahe. Der Engländer siegte bei der DTM-Premiere in Istanbul und ist drei Wochen vor dem Saisonfinale am 23. Oktober in Hockenheim praktisch nicht mehr einzuholen.

Der Mercedes-Pilot feierte im Regen-Roulette seinen fünften Saisonsieg und löste Titelverteidiger Mattias Ekström als Führenden in der Gesamtwertung ab. Der Schwede erlebte ein Rennen zum Vergessen und kam im Abt-Audi A4 nicht über Rang zwölf hinaus.

"Noch ist es nicht vorbei"

"Das war ein großer Schritt zur Meisterschaft, das ganze Team hat super für mich gearbeitet", sagte Paffett, der alle voreiligen Glückwünsche dennoch zurückwies: "Noch ist es nicht vorbei. Aber die Feier haben wir uns verdient, das wird sicher eine lange Nacht."

Der Brite gilt als großes Talent, sein Ziel ist die Formel 1: "Denn davon habe ich schon als kleiner Junge immer geträumt. Ich will allerdings nichts überstürzen. Erstmal muss ich den DTM-Titel holen, und danach will ich ihn erfolgreich verteidigen."

Paffett fehlt noch ein Punkt

Paffett führt in der Gesamtwertung mit 78 Punkten und damit neun Zählern Vorsprung vor Ekström. Dem 24-jährigen Briten fehlt somit in Hockenheim nur ein Punkt, gleichbedeutend mit einem achten Rang, zum größten Erfolg seiner Karriere. Ekström muss das DTM-Finale unbedingt gewinnen und dann darauf hoffen, dass Paffett keinen Punkt holt - nur in diesem Fall könnte er seinen Titel noch erfolgreich verteidigen.

Mercedes feierte eine Sternstunde am Bosporus, die Stuttgarter bejubelten nach 32 Runden einen Vierfach-Triumph. Zweiter wurde der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen aus Finnland vor dem viermaligen DTM-Champion Bernd Schneider (St. Ingbert) und Jamie Green (Großbritannien). Bester Audi-Pilot war Tom Kristensen aus Dänemark auf Platz fünf.

In Istanbul fiel die Vorentscheidung bereits in der 2.Runde, als Green im Kampf um Position drei mit Ekström kollidierte. Green setzte sich in dem Rad-an-Rad-Duell durch, der Titelverteidiger fiel indes auf Rang sechs zurück. Und von diesem Schock erholte sich der Schwede nicht mehr, wie Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich erklärte: "Das Auto von Mattias hat dabei etwas abbekommen, er konnte das Tempo nicht mehr halten und angreifen."

"Wir haben den Ruf, dass wir nicht rempeln"

Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat Green sich nicht unfair verhalten. "Das war ein astreines Manöver. Da war eine kleine Lücke, das hat Jamie ausgenutzt, so ist Motorsport", meinte Haug und nahm seinen Fahrer in Schutz: "Wir haben den Ruf, dass wir nicht rempeln. Und die Sportkommissare haben das genauso gesehen."

Ein trauriges Jubiläum gab es bei Opel. Für die Rüsselsheimer war es bereits das 50. DTM-Rennen in Serie ohne Sieg. Eine längere Durststrecke erlebte noch kein Hersteller in der DTM-Geschichte. Bester Opel-Pilot war der Franzose Laurent Aiello, der zum Ende dieser Saison seinen Helm nach 25 Jahren Motorsport an den Nagel hängt, auf Platz sechs.

Letzter Opel-Sieg im Jahr 2000

Letzter Opel-Sieger in der DTM war Uwe Alzen (Betzdorf), der am 29. Oktober 2000 beim Saisonfinale in Hockenheim triumphierte. Für den Negativ-Rekord zuvor hatte BMW gesorgt; denn die Münchner waren in der Saison 1985/1 986 in zwölf DTM-Rennen ohne Erfolgserlebnis geblieben.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen kollidierte nach einem Fahrfehler im Opel Vectra GTS V8 spektakulär mit dem Audi von Christian Abt (Kempten). Beide Fahrer blieben unverletzt, das Rennen war für sie aber schon nach sieben Runden beendet. "Abt war viel zu langsam. Ich habe es rechts probiert, dann links, doch er wollte seine Position unbedingt verteidigen - das ging nicht gut", sagte der Mönchengladbacher.

© SID

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