Pole-Position in Imola
Schumi bricht letzten Senna-Rekord

Michael Schumacher startet beim Großen Preis von San Marino am Sonntag von der Pole-Position. Mit seiner insgesamt 66. Bestzeit im Qualifying legte er nicht nur den Grundstein für seinen womöglich ersten Saisonsieg, sondern brach auch noch letzten Rekord von Ayrton Senna in der Formel 1.

HB IMOLA. Der siebenmalige Weltmeister brach die bisherige Bestmarke des vor zwölf Jahren beim Großen Preis von San Marino an selber Stelle tödlich verunglückten Brasilianers Ayrton Senna. „Der Rekord ist weniger wichtig, auch wenn ich darauf stolz bin“, sagte Schumacher nach seiner Bravourleistung im Qualifying am Samstag. „Aber er hat insofern eine besondere Bedeutung für mich, weil man daran sehen kann, dass wir wieder da sind.“ Der sechsmalige Imola-Sieger sieht nun „absolute Chancen“ für sich, am Sonntag beim Europa-Auftakt der Saison zum siebten Mal zu triumphieren.

Trotz aller Erleichterung über das glänzende Comeback nach zuletzt zwei schwachen Rennen herrschte bei Schumacher keine überschäumende Freude. „Es ist ein tolles Gefühl nach dem ganzen Hickhack“, sagte der 37 Jahre alte Kerpener. Die zweite Trainingsbestzeit in dieser Saison nach seiner Pole beim Saisonauftakt in Bahrain führte Schumacher auf harte Arbeit zurück: „Die Basis stimmte immer, und wir haben nun die Schwächen zum größten Teil ausgemerzt.“

Wesentlich enthusiastischer feierten die Scuderia und die Fans den Befreiungsschlag im nur spärlich besetzen Autodromo Enzo e Dino Ferrari. Fiat-Präsident Luca di Montezemolo, der auf eine Fortsetzung von Schumachers Karriere hofft, ballte jubelnd die Faust. Die Tifosi schwangen wild ihre Fahnen und veranstalteten ein tosendes Hupkonzert.

Schumacher benötigte auf dem 4,933 Kilometer langen Kurs 1:22,795 Minuten. Mit 0,193 Sekunden Rückstand belegte der Brite Jenson Button den zweiten Platz vor seinem Honda-Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien). Felipe Massa unterstrich als Vierter vor Renault-Rivale Fernando Alonso, dass Ferrari wieder im Kommen ist. „Renault scheint bei der Renngeschwindigkeit dabei zu sein“, warnte Schumacher davor, den spanischen WM-Spitzenreiter und Titelverteidiger schon abzuschreiben. Alonso gab sich skeptisch: „Ich denke, dass der fünfte Platz nicht ideal ist auf diesem Kurs, da das Überholen sehr schwierig ist.“

Ralf Schumacher zeigte im Toyota als Sechster eine starke Vorstellung. Nico Rosberg und Nick Heidfeld scheiterten dagegen in der zweiten K.o.-Runde des Qualifyings. Der Williams-Neuling aus Wiesbaden belegte den 13. Rang. Der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Heidfeld wurde 15., nachdem er seinen BMW-Sauber bei einem Unfall beschädigt hatte. „Ich wollte unbedingt in die Top-Ten und habe dabei wohl zu viel riskiert“, räumte der Mönchengladbacher ein. „Wir werden im Rennen sehen, was unsere Strategie wert ist“, kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Plätze 7 und 8 von Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen.

„Ich hoffe, dass Michael weiterfährt“, sagte di Montezemolo vor dem Qualifying. Das Team übe keinen Druck auf Schumacher aus. „Wenn er weitermacht, freuen wir uns sehr. Falls er aufhören sollte, wären wir traurig, würden seine Entscheidung aber akzeptieren, weil einmal im Leben Schluss sein muss.“ Di Montezemolo meinte, es sei Zeitverschwendung zu spekulieren, ob der Rekord-Champion in der Formel 1 bleibe oder gehe. Bezüglich der Meldungen, Räikkönen werde in der kommenden Saison für Ferrari fahren, sagte der Top-Manager: „Noch ist nichts entschieden.“ Er habe keinen Kontakt mit dem finnischen McLaren-Mercedes-Piloten. Falls jemand von Ferrari mit Räikkönen gesprochen haben sollte, würde er das nicht mitteilen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%