Motorsport
Zonta düpiert "Silberpfeile" in letzter Sekunde

Im freien Training zum Großen Preis der Türkei hat Ricardo Zonta die schnellste Zeit hingelegt. Bei der Formel-1-Premiere in Istanbul verwies der Toyota-Fahrer die Mclaren-Mercedes-Piloten auf die Plätze zwei bis vier.

Während die Silberpfeile dominierten, landete Weltmeister Michael Schumacher mehrfach neben der Strecke. Beim ersten Aufgalopp der Formel-1-Stars in der Türkei sind nicht alle Fahrer auf Anhieb gut mit der Strecke im Istanbul Park zurecht gekommen. Schumacher, der sich normalerweise schnell an neue Pisten gewöhnt, leistete sich am Freitag im freien Training zum Großen Preis der Türkei (Sonntag, 14.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) gleich fünf Ausrutscher, davon zwei sogar am Vormittag innerhalb einer Runde. Am Ende landete der Ferrari-Pilot in der Tageswertung in 1:28,293 Minuten lediglich auf Rang 13.

"Ich habe etwas länger gebraucht, die Strecke kennenzulernen, als ich gestern dachte", gab Schumacher zu. Im Gegensatz zu seiner ersten Runde am Donnerstag auf einem Motorroller hatte der 36-Jährige im Rennwagen mehr Probleme als ihm lieb war. "Die Perspektive vom Roller ist doch etwas höher als unsere Sitzposition im Auto. Verschiedene Kurven sind nicht einfach einzusehen", erklärte er. Gefallen hat ihm der neue vom Aachener Streckenbauer Hermann Tilke entworfene Kurs aber dennoch: "Sie macht sehr viel Spaß, alles in allem ist es eine gelungene Strecke."

Schumacher schraubt die Erwartungen runter

Weniger Spaß machte Schumacher dagegen der große Zeitrückstand von 1,7 Sekunden auf den Kolumbianer Juan Pablo Montoya, der im Mclaren-Mercedes als Tagesdritter (1:26,525) bester Einsatzpilot war. "Der Abstand zu den Vorderen ist relativ groß", meinte Schumacher: "Damit lässt sich sicherlich nicht viel erwarten."

Fußball-Coach Christoph Daum, der Fenerbahce Istanbul zuletzt zweimal in Folge zum türkischen Meister machte, wünschte sich daher für seinen Freund Schumacher schon Regen für den Sonntag. "Dann ist Michael der Beste", meinte Türkei-Kenner Daum: "Und eine Wettergarantie haben wir hier nicht."

Alonso auf Rang sieben

Keine Hilfe vom Wettergott scheinen dagegen die Silberpfeile zu benötigen. Wie schon in den letzten Rennen dominierten die Mclaren-Mercedes eindeutig das Feld. Hinter Toyota-Tester Ricardo Zonta (Brasilien/1:25,583) belegten Testpilot Pedro de la Rosa (Spanien/1:26,196), der Kolumbianer Juan Pablo Montoya (1:26,525) und der WM-Zweite Kimi Räikkönen (Finnland/1:27,274) die Plätze zwei bis vier. Der WM-Führende Fernando Alonso aus Spanien fuhr im Renault auf Rang sieben (1:27,579).

In der Gesamtwertung hat Alonso mit 87 Punkten vor dem 14. von 19 WM-Läufen am Sonntag 26 Zähler Vorsprung vor Räikkönen (61) und 32 vor Michael Schumacher (55). Dessen Bruder Ralf war im Toyota auf Platz 16 (1:28,641) zweitbester Deutscher. BMW-Williams-Pilot Nick Heidfeld aus Mönchengladbach belegte Position 19 (1:28,959).

Strecke ist nach dem Geschmack der Fahrer

Sehr zufrieden war Mercedes-Sportchef Norbert Haug mit der Vorstellung der Silberpfeil-Piloten. "Es war ein guter erster Tag für uns auf einer sehr anspruchsvollen Strecke", sagte Haug. "Es ist kein typischer Retortenkurs, keine 08/15-Strecke", meinte der Schwabe, der sich darauf freut, schon am 2. Oktober mit der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) erneut nach Istanbul kommen zu dürfen: "Es ist eine der anspruchsvollsten Strecken, wenn nicht sogar die anspruchsvollste überhaupt."

Auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen gefällt die insgesamt 69. Rennstrecke in der Geschichte der Formel 1 sehr gut. "Der wichtigste Eindruck des heutigen Tages ist, dass diese Strecke richtig nach dem Geschmack der Fahrer ist", sagte Theissen. Auch die Mechaniker würden sich über beste Arbeitsbedingungen in den Boxen freuen. Nur vom Wetter waren die Weiß-Blauen überrascht. "Wir hatten uns auf Hitze eingestellt. Aber mit kaum mehr als 25 Grad Außentemperatur fühlen wir uns fast wie zu Hause", sagte Theissen.

Sein Pilot Nick Heidfeld äußerte sich auch positiv über den 5,338 Kilometer langen Kurs. "Die Strecke ist wie erwartet schön und anspruchsvoll, allerdings mit ein paar mehr Bodenwellen als ich gedacht hatte", sagte Heidfeld. Dass auf einem neuen Kurs am Anfang der nötige Grip fehle, was viele Ausrutscher bewiesen, sei völlig normal: "Wir müssen den Kurs erstmal richtig kennenlernen und uns die richtige Abstimmung erarbeiten. Ich hoffe, bis morgen machen wir damit Fortschritte."

© SID

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