Kein Olympisches Chaos
Zu viel Entspannung für Londoner Verhältnisse

Die Londoner hatten während der Olympischen Spiele Chaos und Verkehrskollaps erwartet. Doch das Drama blieb bisher aus und eher das Gegenteil wird zum Problem. Denn plötzlich ist die City geisterhaft verwaist.
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LondonSie haben die Warnungen ernst genommen: Louisa Marshall und ihr Mann Brian wollten während der Olympischen Spiele keine stundenlange Anfahrtswege ins Büro in Kauf nehmen, sie wollten das vorhergesagte Verkehrschaos meiden und verhindern, dass tägliche Erledigungen wie Einkäufe zu einem mühevollen Hindernisrennen werden. Daher haben die beiden Urlaub genommen.

„Wir wollten eigentlich vor allem zu Hause bleiben, ein paar Reparaturen erledigen und aufräumen“, erzählt die 35-jährige Bankerin, „aber jetzt nutzen wir die Zeit, um Museen zu besuchen und in Ruhe einzukaufen, weil es gerade so schön leer und entspannt ist.“ Zu entspannt für einige.

Ende vergangener Woche haben in London die Olympischen Sommerspiele begonnen. Verkehrsplaner und Bürgermeister Boris Johnson haben die Einwohner vor allem in der Innenstadt auf harte Zeiten vorbereitet, auf einen enormen Ansturm von Touristen, die die Straßen, Busse und Bahnen verstopfen würden.

Das Schlimmste ist bislang nicht eingetreten. Von einem Fahrgastaufkommen, das gerade mal vier Prozent über den normalen Zeiten liegt,  berichtete die Verkehrsbehörde Transport for London (TfL) Anfang der Woche. Autofahrer erzählen, dass sie in diesen Tagen sogar deutlich schneller ans Ziel kommen, weil die Straßen in der Innenstadt so leer seien.

Inzwischen haben daher ganz andere Sorgen die Angst vor dem Verkehrschaos ersetzt: Touristenattraktionen, Restaurants und Ladenbetreiber fürchten, dass die City zu einer Geisterstadt wird und die Geschäfte dramatisch einbrechen.

Etwa 100.000 sportbegeisterte Touristen sind wegen der Sommerspiele nach Schätzungen von Tourismusexperten nach London gekommen. Normalerweise seien es aber im Sommer etwa 300.000.

Diesen Rückgang bekommen unter anderem die Theater im Westen der Innenstadt zu spüren. Sie sagen voraus, dass sie in diesem Sommer etwa 30 Prozent weniger Tickets verkaufen werden als noch vor einem Jahr.

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„Eindeutig auf mehr Stress vorbereitet“

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  • Das erinnert mich an damals, als uns für die Expo 2000 in Hannover ebenfalls ein Chaos durch die Millionen von Besuchern angedroht wurde, so dass mancher seinen geplanten Besuch doch nicht gemacht hat. Und dann waren in den ersten Wochen so wenig Besucher da, dass diese wenigen Besucher kaum Warteschlangen hatten. Ich erinnere mich noch daran, dass mir 20 Minuten Wartezeit für den Bertelsmannpavillion zu lang waren und ich später 3 1/2 Stunden hätte warten müssen. Dieser Bertelsmannpavillion war übrigens der einzige auf der gesamten Expo, den ich nicht besucht habe. Ich hätte damals die 20 Minuten doch in Kauf nehmen sollen.

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