Sotschi
Mögen die Spiele Gewinn machen

Hohe Kosten, politische Proteste, und irgendwo der Sport: Ist Olympia nur noch Kommerz? Tatsächlich geht es bei den Spielen um viel Geld, das es zu investieren und zu verdienen gilt. Auf der Suche nach den Profiteuren.
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KölnAuch die Zuschauer kommen in Schwung: 40 Minuten Fußweg liegen zwischen dem Eingang des Olympischen Parks und dem Fisht-Stadion. Das Organisationskomitee in Sotschi rät allen Besuchern, früh aufzubrechen, um pünktlich im Olympiastadion anzukommen. Dort können die Zuschauer heute wahrscheinlich auf eine spektakuläre Show hoffen: Die teuersten Olympischen Spiele aller Zeiten wollen schließlich angemessen eröffnet werden.

Sotschi 2014 – das steht nicht nur für Rekordkosten. Die Spiele gelten schon jetzt als eine der umstrittensten sportlichen Großveranstaltungen weltweit. Die Gesamtausgaben für Baumaßnahmen und Organisation werden auf 51 Milliarden US-Dollar geschätzt, ursprünglich geplant war ein Budget von etwa 12 Milliarden US-Dollar. Die hohen Summen rücken die gesamte Finanzierung der Olympischen Spiele wieder in den Fokus – wer verdient wo an diesem Geschäft? Und für wen ist das Dabeisein eine teure Investition?

Volkswirtschaftlich betrachtet, sind die Impulse durch die Olympischen Spiele überschaubar. Im Vorfeld freut sich die Bauindustrie, während der Spiele dürften Hoteliers und das Gaststättengewerbe gute Geschäfte machen. Die enormen Ausgaben für die Infrastruktur, die gerade in Sotschi über die Jahre explodiert sind, werden dadurch aber nicht wieder reingeholt. „Der Steuerzahler verschlechtert sich erst einmal“, sagt Wolfgang Maennig, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Hamburg und Goldmedaillengewinner im Rudern bei den Olympischen Spielen 1988. Aussichten auf Überschüsse haben die Russen nicht: „Wer zu einer schönen Geburtstagsfeier einlädt, geht ja auch nicht davon aus, dass er damit Geld verdient“, sagt Maennig.

Im optimalen Fall sind die Chancen hoch, dass sich Zuschauer und Athleten gerne an den Gastgeber erinnern – und eventuell wiederkommen. Turin, Veranstalter der Winterspiele von 2006, gab in der vergangenen Woche bekannt, dass die Besucherzahlen bis heute um ein Drittel gestiegen seien. Aus der Industriestadt sei das viertbeliebteste Touristenziel Italiens geworden, freuen sich die Turiner Tourismusverantwortlichen.

Der Blick auf das „Erbe der Spiele“ hat in den vergangenen Vergaberunden deutlich an Bedeutung gewonnen. London nutzte etwa die Spiele, um ganze Stadtteile der Millionenmetropole aufzuwerten. Sotschi bewarb sich mit der Absicht, ein professionelles Wintersportzentrum für die wintersportbegeisterte russische Nation zu errichten – das jetzt nach Ansicht vieler Experten allerdings spürbar überdimensioniert geraten ist.

Kommentare zu " Sotschi: Mögen die Spiele Gewinn machen"

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  • "Hohe Kosten, politische Proteste, und irgendwo der Sport: Ist Olympia nur noch Kommerz?"

    ...und "Unsere" sind in Regenbogenfarben dabei.
    Naja, es sollen ja sowieso die wärmsten Winterspiele aller Zeiten werden...! (o:)

  • Olympia? In Peking fiel gerade ein Sack Reis vom Fahrrad. Solche Protzveranstaltungen als Milliardengräber braucht kein Mensch, egal, wer sie ausrichtet!
    Anstatt vor der Glotze zu hocken laufe ich lieber ein dutzend Kilometer mit meinen Hunden. Ist gesünder und macht Spaß!

  • Sport im Würgegriff von Politik und Propaganda.

    Sport für den Sozialismus. Man dachte eigentlich, dass das 1989 endete.

    Jetzt geht diese ganze Show wieder los, man kann dieses ganze Gewäsch nicht mehr sehen !!! Wie die "Wochenschau" so überdreht euphorisch und ideologisch gedrillt wird Sport glorifiziert um eine Scheinbegeisterung zu erzeugen für die Medien.

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