Alinghi segelt ohne den Deutschen
Schümann darf nicht an Bord

Nun steht es fest: Jochen Schümann wird beim am Samstag beginnenden 32. America's Cup an Land bleiben. Der dreifache Segel-Olympiasieger und derzeitige sportliche Leiter von Alinghi muss seinen Platz an Deck für den Teameigner Ernesto Bertarelli räumen.

HB VALENCIA. ­Titelverteidiger Alinghi startet am Samstag ohne den dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann in das 32. Match um den America's Cup gegen Team New Zealand. Dies bestätigte der 53 Jahre alte Penzberger am Dienstag in Valencia. "Es ist eine Frage der optimalen Teamkonstellation", sagte Alinghis Sportdirektor, "da muss ich mich genau so unterordnen wie alle anderen. Das ist vielleicht nicht schön für den einzelnen, aber für das Team muss es so sein."

Damit bereitete Schümann, der Alinghis sportliches Programm im siebten Jahr leitet, den bereits seit Monaten schwelenden Gerüchten um seine Person ein Ende. Experten gehen davon aus, dass der Deutsche seine Position dem gestiegenen Anteil neuseeländischer Segler im Team Alinghi und dem Einsatz von Teamchef Ernesto Bertarelli an Bord der Schweizer Yacht opfern musste. Schümann selbst sagt, er könne mit der Entscheidung gut leben: "Das kann man gut wegstecken. Und das ist nicht nur loses Gerede. Jeder muss sich ein- und unterordnen. Das verlange ich ja auch von den anderen Teammitgliedern."

Schümanns Rolle ohne Position an Bord der Regattayacht hatte sich bereits im vergangenen Jahr angedeutet, als sich der Dreikampf zwischen Alinghis Steuerleuten Ed Baird (USA), Peter Holmberg (Jungferninseln) und ihm selbst immer mehr zu einem Zweikampf der beiden Konkurrenten entwickelte. Inzwischen werden dem 49 Jahre alten Ed Baird aus St. Petersburg die besten Chancen eingeräumt, von Samstag an am Steuer der vermutlich nominierten SUI 100 zu stehen. Die Cup-Finalisten müssen ihre offizielle Mannschaftsaufstellung und die Wahl ihrer Boote erst am Freitag bekannt geben.

Das 32. America's Cup-Match zwischen Titelverteidiger Alinghi und Herausforderer Team New Zealand beginnt am Samstagnachmittag. Wer in der Serie im Modus "Best of nine" zuerst fünf Siege verbuchen kann, gewinnt die verschnörkelte Silberkanne und die Rechte zur Austragung der 33. Cup-Auflage. Schümanns Team Alinghi gilt als Favorit. Das ZDF überträgt das Auftaktrennen in Ausschnitten in einer Gemeinschaftssendung mit dem Leichtathletik-Europacup am Samstag zwischen 14.30 und 17.00 Uhr. Als Experte kommentiert der Hamburger Profisegler Tim Kröger das Duell der Cup-Giganten.

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