Allgemein Doping
Bach will Strafen für Dopingsünder verschärfen

Wenn es nach Dosb-Präsident Thomas Bach geht, sollen Dopingsünder in Zukunft in schweren Fällen "vier Jahre Berufsverbot" erteilt werden können. Nach seiner Ansicht müssten Staat und Sportgerichte stärker zusammenwirken.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb), Thomas Bach, sieht im Kampf gegen die allgegenwärtige "Krake Doping" nur eine Handhabe. Der 53 Jahre alte Jurist möchte in schweren Fällen überführten Athleten "vier Jahre Berufsverbot" erteilen können. Das erklärte der Tauberbischofsheimer als Gast auf der 8. Hamburger Soiree. Bislang werden gedopte Sportler in der Regel zwei Jahre gesperrt. "Wir werden alles dafür tun, dass saubere Athleten den Glauben an den fairen Wettkampf nicht verlieren", meinte Bach.

Sanktionen sollen Sache des Sports bleiben

Bach plädierte gleichzeitig für eine Zusammenarbeit zwischen staatlichen Behörden und der Sportgerichtsbarkeit, wobei die Sanktionen gegen überführte Athleten Sache des Sports bleiben sollen. "Wir brauchen die Hilfe des Staates beim Kampf gegen Hintermänner wie Händler, so weit reicht unser Arm nicht", sagte der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Als gelungenes Beispiel für eine derartige Kooperation nannnte Bach die Vorfälle um die österreichischen Biathleten und Ski-Langläufer bei den Olympischen Winterspielen in Turin. Die italienische Polizei hatte damals in einer Razzia Beweise sichergestellt, die Ende April zu durch das IOC verhängten lebenslangen Sperren für sechs Athleten bei Olympischen Spielen führten. "Wir sind bei Olympia eine harte Linie gefahren und auf viel Zustimmung gestoßen", erklärte Bach.

Olympia in Deutschland im Hinterkopf

Der Fecht-Olympiasieger von 1976 bekräftigte erneut den Wunsch nach Ausrichtung Olympischer Spiele in Deutschland. Art und Zeitpunkt der Bewerbung sei allerdings weiterhin offen. Erst nach der Entscheidung des IOC über die Vergabe der Winterspiele 2014 Anfang Juli in Guatemala werde der Dosb über sein weiteres Vorgehen beschließen. Optionen sind eine Bewerbung von München für Winterspiele oder eine Bewerbung für Sommerspiele, für die Berlin und Hamburg bislang ihr Interesse angemeldet haben.

"Wir müssen uns an der Durchsetzungsfähigkeit einer Bewerbung orientieren", erklärte Bach. Insbesondere für Sommerspiele in Europa sieht er in absehbarer Zukunft nach der Vergabe der Spiele 2012 an London wenig Chancen: "Es gibt im IOC eine informelle Kontinental-Rotation und den Anspruch, keine weißen Flecken auf der Landkarte zu behalten", meinte Bach mit Blick auf Südamerika und Afrika: "Es ist schwer abschätzbar, wann beide Regionen in der Lage sind, Spiele zu veranstalten, aber für 2016 wird es mit Sicherheit auch einen südamerikanischen Kandidaten geben."

© SID

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