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Armstrong sieht Ullrich in der Favoritenrolle

Das vorletzte Teilstück der 92. Tour de France beschert den Fahrern heute ein 55 Kilometer langes Zeitfahren, bei dem sich Jan Ullrich noch einen Platz auf dem Podest sichern will.

Der Sieg ist dem US-Amerikaner Lance Armstrong wohl nicht mehr zu nehmen, doch wer steigt mit ihm in Paris aufs Podium? Geht es nach Armstrong, dann muss sich Jan Ullrich im Kampf um einen Podiumsplatz bei der 92. Tour de France keine Sorgen machen. "Jan wird stärker und stärker. Er könnte der Favorit für das Zeitfahren sein. Ich denke, er holt sich am Ende noch den dritten Platz im Gesamtklassement. Zweiter wird wohl Ivan Basso", sagte der designierte siebenmalige Tour-de-France-Champion vor dem heutigen Einzelzeitfahren über 55km in St. Etienne, der letzten Hürde auf dem Weg nach Paris.

"Ich kämpfe um jede Sekunde"

2:12 Minuten liegt Ullrich hinter dem drittplatzierten Bergkönig Michael Rasmussen. "Ich kämpfe um jede Sekunde. Ich will auf das Podium", sagte der T-Mobile-Kapitän und hofft nach einer Tour voller Pleiten, Pech und Pannen noch auf ein Happyend. Mit dem vierten Platz wie im Vorjahr will sich Ullrich diesmal nicht zufrieden geben, zum siebten Mal (bislang einmal Erster, fünfmal Zweiter) in seiner Karriere soll der Sprung auf das Podest gelingen.

Der psychologische Vorteil liegt dabei klar auf Ullrichs Seite. Auf der Etappe durch das Zentralmassiv nach Mende machte der Rostocker am Donnerstag noch einmal 37 Sekunden auf seinen dänischen Rivalen gut. "Diese Zeit wird Rasmussen am Ende fehlen", behauptet Armstrong. Dazu kommt, dass der Rabobank-Profi einer der schwächsten Zeitfahrer im Peloton ist. So hatte Rasmussen zum Auftakt in Noirmoutier-en-Ile über 19km als 174. schon 3:14 Minuten auf Tagessieger David Zabriskie verloren, auf Ullrich waren es immerhin 2:06 Minuten.

Sportdirektor Mario Kummer warnt dennoch: "Rasmussen hat gezeigt, dass er gut drauf ist. Wir sollten ihn auch nicht beim Zeitfahren unterschätzen, zumal es durch das wellige Terrain eines der schwersten Zeitfahren seit Jahren wird." Daraus schöpft Rabobank-Sportchef Erik Breukink auch seine Hoffnung: "Da es nicht ganz flach ist, hat Michael vielleicht noch eine Chance. Sonst wäre es für Ullrich ganz einfach."

Platz zwei wohl außer Reichweite

In der Tat wartet auf die 155 verbliebenen Fahrer auf dem Rundkurs um St. Etienne eine Berg- und Talfahrt. Vom Start weg geht es 17km bergauf, wobei eine Differenz von 343 Höhenmetern zu überwinden ist. Zum Schluss folgt noch einmal eine 15,5km lange Abfahrt nach St. Etienne.

Mit mehr als Platz drei im Gesamtklassement rechnet im T-Mobile-Lager aber keiner mehr. Der Rückstand von 3:12 Minuten auf den zweitplatzierten Basso dürfte auch in Ullrichs Spezialdisziplin nicht mehr aufzuholen sein, zumal der Italiener im vorigen Jahr stark an seiner Schwäche gearbeitet hat. Bestes Beispiel war sein Sieg im Einzelzeitfahren beim Giro d´Italia im Mai.

© SID

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