Asien-Spiele
Katar zieht Basketball-Team nach Kopftuch-Verbot zurück

Die Frauen-Basketball-Nationalmannschaft aus Katar wollte trotz Verbot bei den Asien-Spielen in Südkorea mit Kopftüchern antreten. Das wurde ihnen, wie zu erwarten, verboten. Jetzt kam es zu einem Eklat.
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InchonDie Asien-Spiele haben ihren ersten Eklat: Aus Protest gegen ein Kopftuchverbot hat sich die Frauen-Basketball-Nationalmannschaft aus Katar komplett von der Veranstaltung im südkoreanischen Inchon zurückgezogen. Das Team habe die Entscheidung zum Rückzug getroffen und bereite sich nun auf die Rückkehr von Südkorea in die Heimat vor, erklärte Delegationsleiter Khalid al-Jabir am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Das Organisationskomitee bestätigte zunächst nur, dass Katar auch zum zweiten Gruppenspiel gegen Nepal nicht angetreten sei. Mit ihrem Verhalten wollen die Spielerinnen aus dem Emirat am Persischen Golf vor allem ein Zeichen setzen.

„Es gab bislang keine offizielle Benachrichtigung der katarischen Mannschaft über einen vorzeitigen Rückzug“, sagte eine Komitee-Sprecherin in Inchon. Der Spielplan für Freitag sehe nach wie vor das Spiel Katars gegen Kasachstan vor. Die Mannschaft aus Katar hatte allerdings bereits am Mittwoch auf ihr erstes Gruppenspiel gegen die Mongolei verzichtet, die daraufhin offiziell zum Sieger erklärt wurde. Auch Nepal wurde der Sieg zugesprochen.

„Wir geben die Spiele nicht auf - uns ist es nicht erlaubt, zu spielen“, sagte al-Jabir vor dem Match gegen Nepal. „Auf der einen Seite will jeder, dass mehr Frauen an diesen Spielen teilnehmen, aber auf der anderen Seite entmutigen sie muslimische Frauen, die im Hidschab (Verhüllung) spielen wollen.“ Der Ausdruck Hidschab ist nicht auf die Verhüllung des Kopfs allein beschränkt. In anderen Sportarten sind Kopftücher erlaubt. Dagegen hat der Basketball-Weltverband FIBA das Tragen der Tücher bisher nicht genehmigt.

Die Vorsitzende des katarischen Frauensportkomitees, Ahlam Salem Al-Mana, hatte am Mittwoch deutlich gemacht, dass die Basketballmannschaft der Frauen schon vor dem Beginn der 17. Asien-Spiele in Inchon dazu bereit gewesen sei, ein Zeichen des Protestes gegen das Verbot zu setzen. „Wir müssen Stellung beziehen. Der internationale Verband muss uns akzeptieren.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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