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Ast bremst Hacker aus - nur Platz sechs

Marcel Hacker hat bei der Ruder-WM in Gifu/Japan unter skandalösen Umständen eine Medaille verpasst, ein Protest wurde abgelehnt. Der Männer-Doppelzweier mit Christian Schreiber und Rene Burmeister holte Bronze.

Für Marcel Hacker (Frankfurt am Main) hat sich der Traum vom Edelmetall bei den Ruder-Weltmeisterschaften im japanischen Gifu nicht erfüllt. Der Weltmeister von 2002 belegte im Skiff-Finale unter skandalösen Umständen nur den sechsten Platz. Auf Platz drei liegend kollidierte sein Skiff nach rund 750 Metern mit einem Stück Treibholz. Das warf den 28-Jährigen chancenlos auf den sechsten und letzten Platz zurück. Einen Protest des Deutschen Ruderverbandes (DRV) wies der Weltverband Fisa zurück. Weltmeister wurde unterdessen erstmals der Neuseeländer Mahe Drysdale vor Olympiasieger Olaf Tufte aus Norwegen und dem Tschechen Ondrej Synek.

"Ich habe plötzlich einen Schlag gespürt. Da dachte ich, mir fällt alles auseinander", sagte Hacker. Der gebürtige Magdeburger kam zum Stillstand, musste sogar zwei Schläge gegenrudern, das Boot neu ausrichten und praktisch zum zweiten Mal starten. Das Skiff war beschädigt, die Stabilität enorm eingeschränkt.

Im Ziel kollabiert

Hacker, den im Frühjahr ein Fingerbruch zurückgeworfen hatte, gab nicht auf und verpasste nur um wenige Hundertstelsekunden Platz fünf. Im Ziel kollabierte er, eine Infusion half ihm schnell wieder auf die Beine.

"Wir hatten die Veranstalter schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Plastiktüten, Flaschen und Holz im Wasser treiben. Das ist ein Witz hier", sagte Hacker, der die Sache mit Galgenhumor nahm. Zumal der Neu-Frankfurter bei guten Bedingungen für eine Außenbahn auf Rang drei vielversprechend im Rennen lag. "Es war geil zu rudern, das Rennen lief gut", sagte er.

Wenig trösten dürfte Hacker dabei die Tatsache, dass er seine inoffizielle Weltbestzeit von Sevilla 2002 (6:36,22 Minuten) doch behalten darf, weil die von Olaf Tufte im Halbfinale aufgestellte Bestmarke wegen zu starker Strömung vom Weltverband aberkannt wurden.

Protest wegen eines Formfehlers zurückgewiesen

Den Protest des DRV wies der Weltverband wegen eines formalen Fehlers zurück. Hacker hätte nämlich sofort die Hand heben müssen, spätestens aber im Ziel, teilte die Fisa mit. Zum anderen sei auf den Fernsehbildern kein Treibholz zu erkennen gewesen. Sportdirektor Michael Müller akzeptierte die Entscheidung, merkte aber an, "dass Hacker die Wahrheit gesagt hat".

Ein versöhnlicher Abschluss gelang dem DRV am ersten Finaltag mit Bronze durch den Doppelzweier mit Christian Schreiber und Rene Burmeister (Halle/Rostock), die hinter Slowenien und Italien das Ziel erreichten. Der Doppelzweier der Frauen mit dem Berliner Gespann Magdalena Schmude und Christiane Huth belegte Platz vier. In den nichtolympischen Bootsklassen gewann der Vierer ohne Steuerfrau Silber.

© SID

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