Auf den 11. Titel folgt der Feier-Marathon
Kiels Handballer sind am Ziel

Mit dem 11. Titel hat der THW Kiel seine Stellung als Nummer 1 im deutschen Männer-Handball zementiert und jagt die Bestmarke des Rekordmeisters VfL Gummersbach von zwölf Titelgewinnen.

HB DÜSSELDORF/KIEL. Zum Saison-Halali siegten die "Zebras" am Sonntag bei der HSG Düsseldorf mit 36:30 (17:12) und egalisierten mit 62:6 Punkten den Bundesliga-Rekord des TBV Lemgo aus dem Jahr 2003. "Das ist etwas Überdimensionales. Das werde ich nie mehr erreichen", erklärte Trainer Zvonimir Serdarusic überwältigt und quittierte den Erfolg mit einem zufriedenen Lachen. "Das ist, was wir uns erhofft haben. Bei uns hat niemand daran gezweifelt, dass wir das schaffen", sagte Manager Uwe Schwenker vor der Übergabe der silbernen Meisterschale.

Auf dem Kieler Rathausplatz johlten, grölten und feierten die Fans, in der Düsseldorfer Philipshalle entlud sich die Anspannung in Jubel und Freudentränen: Nach dem Gewinn der 11. deutschen Handball-Meisterschaft spielten sich bei den Profis des THW Kiel und ihren Anhängern bewegende Szenen ab. "Wir sind überglücklich, wir haben eine überragende Saison gespielt", sagte Mannschaftskapitän Stefan Lövgren gerührt und reckte unter dem Jubel der rund 1000 mitgereisten Kieler Fans die silberne Meisterschale in die Höhe.

In Düsseldorf hatten die Anhänger nach dem Schlusspfiff so schnell das Parkett gestürmt, dass sich nicht einmal alle Spieler nach dem 36:30-Sieg bei der HSG Düsseldorf umarmen und gegenseitig gratulieren konnten. "Ich habe den Anschluss verloren", gestand Kiels ehemaliger Nationalspieler Klaus-Dieter Petersen. Der Co-Trainer hatte sich erstmal mit seinem Chef Zvonimir Serdarusic beglückwünscht.

Auf dem Rathausplatz warteten derweil bereits knapp 20 000 Kieler auf ihre Helden, die gegen 20.00 Uhr in der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins eintreffen sollten. "Bis dahin werden wir feiern", kündigte ein Fan an und stimmte in die Jubelgesänge seiner Nachbarn ein. Als der Schlusspfiff des auf einer Videoleinwand übertragenen Spiels ertönte, lagen sich die Anhänger jubelnd in den Armen, schossen Sektkorken in die Luft und verwandelten den Platz in ein schwarz-weißes Fahnenmeer. Die Partie fiel noch ausgelassener als in den Jahren zuvor aus, weil die Meisterschale ausgerechnet dem Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt abgenommen wurde.

"Die letzten Wochen waren unglaublich und auf dem Rathausplatz wird die Hölle los sein, wenn wir die alte Schale wieder an die richtige Förde zurückbringen", versprach Klaus-Dieter Petersen vor der Abreise aus Düsseldorf. Auch Linksaußen Adrian Wagner dachte erst einmal nur an den Feier-Marathon, der mit der Sause auf Rathausplatz erst richtig Fahrt aufnahm: "Wir haben im Spiel eine Menge Flüssigkeit verloren. Die werden wir jetzt in Form von Getränken schleunigst wieder aufnehmen." 12 000 Liter Bier und 10 000 Würstchen wurden für die Riesenfete bereitgestellt.

Um 16.49 Uhr hatte Kapitän Stefan Lövgren den Silberteller überreicht bekommen. "Bei uns hat keiner mehr an der Meisterschaft gezweifelt, jeder wollte es packen", erzählte Lövgren, "wir haben uns deshalb konzentriert vorbereitet." Mit nur zwei Niederlagen und zwei Remis stellte Kiel den Bundesliga-Rekord des TBV Lemgo von 62:6 Punkten ein. Nationaltorhüter Henning Fritz war von seinen Gefühlen schlicht überwältigt. "Mir ist alles egal, ich bin einfach nur glücklich", meinte der Welthandballer.

Für Manager Uwe Schwenker war es ein besonderes Happyend: "Wir hatten die Mannschaft vor der Saison stark verjüngt. Da war mit dem Titel nicht unbedingt zu rechnen. Andere Teams waren personell stärker besetzt." Neue Ziele wollte der Manager in der Stunde des Triumphes noch nicht anvisieren "Es ist ein weiter Weg ins Champions- League-Finale", meinte Schwenker.

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