Basketball
NBA leidet unter Wirtschaftskrise

Die reichste Liga der Welt bangt um ihre Milliarden. Angesichts der Wirtschaftskrise erwartet die NBA in diesem Winter stagnierende Zuschauerzahlen und ein zurückhaltendes Engagement von Sponsoren. Jedes zweite Team schreibt rote Zahlen.

HB NEW YORK. Not macht bekanntlich erfinderisch, und so verfolgt die National Basketball Association (NBA) einen neuen, kühnen Plan. Das Allstarspiel der nordamerikanischen Basketball-Profiliga soll im Jahre 2010 vor mehr als 100 000 Zuschauern stattfinden - im Footballstadion der Dallas Cowboys. Die bisherige Bestmarke wurde im Jahre 1989 aufgestellt, als 44 735 Zuschauer das Allstarspiel im Baseballstadion von Houston verfolgten.

Die reichste Liga der Welt braucht momentan jeden Superlativ, denn sie bangt um ihre Milliarden. Kürzlich überraschte Commissioner David Stern mit der Aussage, dass nur die Hälfte der 30 Teams schwarze Zahlen schreiben würde. Es könnte noch schlimmer kommen: Angesichts der Wirtschaftskrise erwartet die NBA in diesem Winter stagnierende Zuschauerzahlen und ein zurückhaltendes Engagement von Sponsoren.

Jahrelang war es wie im Paradies gewesen. Die NBA schwamm in so viel Geld, dass Spötter behaupteten, im schicken New Yorker Hauptquartier befände sich eine Maschine zum Gelddrucken. Doch die Folgen der Rezession machen auch vor dem US-Sport nicht halt. In einer Umfrage kündigten fast zwei Drittel der Amerikaner an, sich in den kommenden Monaten bei Ausgaben für Sportveranstaltungen zurückzuhalten. Kein Problem, glaubt allerdings Stern. Die Einnahmen werden seiner Ansicht nach trotzdem leicht ansteigen, weil manche Klubs die Fans mit speziellen Deals ("Eintrittskarte plus Cola plus Hot Dog") anlocke.

Auch die Schulden der unprofitablen Vereine sieht der chronisch optimistische Liga-Chef als keine ernstzunehmende Hürde. Schließlich sei die maximale Höhe der Verbindlichkeiten in den Satzungen festgelegt. Allerdings bezweifeln Insider, ob tatsächlich nur 15 der 30 Klubs in den Miesen sind. Ein namentlich nicht genannter Vereinsvertreter sprach gegenüber US-Medien von "nur fünf bis sieben" profitablen Vereinen.

Angesichts der unsicheren Zukunft verwundert es nicht, dass die NBA schon drei Jahre vor Ablauf des Rahmenvertrages, der die Aufteilung der Einnahmen zwischen Stars und Liga regelt, ein Komitee ins Leben rufen will, das die Einzelheiten eines neuen Deals ausarbeiten soll. Die von den Spielern favorisierte Verlängerung der derzeitigen Fassung scheint für die NBA kein Thema. "Es ist sicher noch zu früh, um zu spekulieren. Aber eines ist klar: Das Thema ist wichtig und die Klubbesitzer werden garantiert konzentriert zur Sache gehen", sagte Stern.

Welche Klubs Verluste schreiben, ließ der seit 1984 amtierende Commissioner offen. Ein offenes Geheimnis ist dagegen, welcher professionelle Basketballverein trotz Wirtschaftsflaute kerngesund ist - und der spielt nicht einmal in der NBA. Wenn die Liga monatlich die Schecks für die Aufteilung der Fernsehgelder herausgibt, geht einer von ihnen an die "Spirits of St. Louis". Der Verein aus der Konkurrenzliga ABA erhielt in den letzten 32 Jahren 168 Millionen Dollar. Bei dem Zusammenschluss von NBA und ABA blieben die Spirits 1976 auf der Strecke und erhielten dafür das vertragliche Recht, für immer an den Fernseheinnahmen der NBA beteiligt zu werden.

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