Basketball WM
DBB-Korbjäger scheitern bei WM an den USA

Der Frust war besonders Dirk Nowitzki im Gesicht abzulesen. Ausgerechnet gegen seine NBA-Kollegen versagte dem Superstar der Dallas Mavericks das "goldene Händchen"über weite Phasen seinen Dienst. "Die Enttäuschung ist groß, weil ich es nicht geschafft habe der Mannschaft zum Sieg zu verhelfen", sagte der 28-Jährige nach einer dennoch beeindruckenden Vorstellung der deutschen Basketballer im WM-Viertelfinale in Japan gegen die lange Zeit wankenden "Riesen" der USA, wenngleich das Resultat am Ende mit 65:85 (39:40) eine deutliche Dominanz vermuten lässt.

"So übermäßig stark waren sie nicht. Sie haben nur ein paar Minuten gebraucht, um sich abzusetzen. Danach haben sie den Sieg locker nach Hause gespielt", erklärte der deutsche Ausnahme-Korbjäger, für den zwar am Ende noch 15 Punkte, aber auch eine Wurfquote von nur 30 Prozent aus dem Feld in der Statistik standen. Doch Nowitzki zeigte auch in der Stunde der Niederlage Größe: "Wir haben Stolz genug, um das Turnier nun gut zu Ende zu führen. Ich will am Samstag um Platz fünf spielen."

Am Donnerstag gegen Frankreich

Doch auf dem Weg dorthin muss die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann am Donnerstag (12.30 Uhr/live im DSF) Frankreich schlagen, das seine Viertelfinal-Partie gegen Europameister Griechenland zuvor mit 56:73 (24:34) nicht minder deutlich verloren hatte. Die Hellenen sind im Semifinale am Freitag (9.30 Uhr) nächster Gegner der USA.

Die deutsche Mannschaft lieferte speziell in der ersten Halbzeit den Griechen einen Anschauungs-Unterricht, wie die Dollar-Millionäre aus der NBA aus den Angeln zu heben sind. Mit einer aggressiven Verteidigung hielt der Vize-Europameister die Begegnung vor 16 000 begeisterten Zuschauern in der Super Arena von Saitama bis zur Halbzeit offen. Allerdings versäumten es die deutschen Korbjäger ihrerseits, den Vorsprung mit einer besseren Trefferquote auszubauen.

Frühzeitig mit drei Fouls belastet

Es war sicherlich ein Handicap, dass Nowitzki abwechselnd oder auch gemeinsam von Lebron James, dem besten US-Werfer Carmelo Anthony (19 Punkte) sowie Chris Bosh mit harten Attacken aus dem Rhythmus gebracht wurde und ebenso wie der starke Ademola Okulaja (15 Punkte) frühzeitig mit drei Fouls belastet war. "Die fünf Minuten nach der Halbzeit waren der Knackpunkt", resümierte Demond Greene. Denn innerhalb dieser Zeit nutzte die USA "einige dumme Fehler und Ballverluste" (Nowitzki) zur 54:45-Führung. "Und dann wird es gegen eine solche Truppe schwer, zurückzukommen."

Gut gekämpft, gut gespielt und den deutschen Basketball in diesem WM-Highlight gut vertreten: "Das ist eine Niederlage, mit der wir leben können. Wir können stolz auf diese Leistung der Mannschaft sein. Sie hatte sich viel vorgenommen und an sich geglaubt, deshalb sitzen sie alle enttäuscht in der Kabine", berichtete Coach Bauermann. Da half es auch nicht, dass US-Coach Mike Krzyzewski die deutsche Mannschaft mit Lob überschüttete: "Sie haben ein großes Spiel gemacht und uns vor viele Probleme gestellt. Ich bin glücklich, dass uns eine gute zweite Halbzeit gelungen ist."

Doch die Amerikaner, die bislang nur gegen Italien (95:84) gefordert wurden und gegen die DBB-Auswahl bisher erstmals unter der 90-Punkte-Grenze blieben, müssen mehr und mehr erkennen, dass die "Mission WM-Gold" kein Selbstgänger ist. Das glaubt auch Nowitzki: "Denn auch die übrigen Halbfinalisten Griechenland, Spanien und Argentinien spielen auf einem sehr hohen Niveau."

© SID

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