Basketball WM
DBB-Team holt nach Krimi gegen Angola Platz zwei

Die deutschen Basketballer haben bei der WM in Japan in einem wahren Krimi Angola mit 108:103 nach dreimaliger Verlängerung niedergerungen und damit Gruppenplatz zwei gesichert. Im Achtelfinale wartet nun Nigeria.

Am Ende fehlte sogar die Kraft zum Jubeln, sie reichte allerdings noch für ein Dankeschön an die begeisterten Fans. Völlig erschöpft genossen die deutschen Basketballer und ihr Superstar Dirk Nowitzki "unbeschreibliche Glücksgefühle" nach einem historischen Spiel.

"Das war eine Riesensache, der richtige Sieg zum richtigen Zeitpunkt", sagte der Hauptdarsteller des Basketball-Thrillers von Hiroshima. NBA-Profi Nowitzki führte seine Kollegen mit 47 Punkten zum 108:103 (95:95, 83:83, 69:69, 33:30)-Erfolg gegen Angola und über bei einer WM noch nie erlebte drei Verlängerungen auf Platz zwei der Gruppe B.

In der Kabine zog Bundestrainer Dirk Bauermann nach dem spektakulären vierten Sieg im fünften Vorrundenspiel innerhalb von nur sechs Tagen den Hut vor seiner Truppe: "Ich habe ihnen gesagt wie stolz wir auf sie sind. Sie sind nach einer großen Leistung die großen Sieger in einem großen Basketballspiel gegen einen sehr starken Gegner."

Jetzt gegen Nigeria

Der EM-Zweite verschaffte sich im denkwürdigen Gruppen-Endspiel gegen den Afrikameister eine gute Ausgangsposition fürs Achtelfinale am Sonntag. Gegner ist Nigeria. Die Afrikaner sicherten sich durch einen 95:72-Sieg gegen den Libanon Platz drei in der Gruppe A. `Der Gegner ist uns egal, jetzt gehen wir mit Selbstvertrauen und gehörigem Rückenwind in die K.o.-Runde", ergänzte Bauermann.

In Saitama hofft der DBB-Coach auf den erstarkten Nowitzki. Zwar lieferten die deutschen Korbjäger gegen Angola vor 5 000 Zuschauern Anschauungs-Unterricht in Sachen Teambasketball, aber auch eine Super-Show ihres Überfliegers aus der NBA. Der begeisterte Sprecher der Green Arena in Hiroshima wollte nach der Schlusssirene gar nicht aufhören, sein langgezogenes "Döööörk Nowitzkiiii" durch das weite Runde zu brüllen. Die japanischen Fans geleiteten den Allstar mit Standing Ovations in die Katakomben. Nach einigen Startproblemen fand Nowitzki (16 Rebounds) scheinbar erst Spaß an dem Schlagabtausch auf hohem Niveau, als die Partie erstmals am Ende der regulären Spielzeit auf des Messers Schneide stand und erhöhte seine Trefferquote.

Nowitzki mit den wichtigen Punkten

Mithat Demirel hielt die DBB-Auswahl zunächst mit einem Dreier zum 69:69 im Spiel. Dann jedoch war es Nowitzki in unnachahmlicher Art, der 0,8 Sekunden vor dem Ende der ersten Verlängerung von der Drei-Punkte-Linie zum 83:83 traf und fünf Minuten später 5,1 Sekunden vor der Schlusssirene zwei Freiwürfe zum 95:95 nervenstark verwandelte.

Schließlich war es dem Star der NBA-Finalisten Dallas Mavericks vorbehalten, mit zwei Freiwürfen zum 108:101 (21,5 Sekunden vor dem Ende) den Sieg perfekt zu machen. "Es hat richtig Spaß gemacht. Es ging rauf und runter mit vielen Emotionen. Das ist es doch, warum wir alle Basketball spielen, um so etwas zu erleben. Natürlich braucht man auch ein bisschen Glück", sagte der 28-Jährige. "Ich fühlte körperlich gut, war aggressiv genug und wollte der Mannschaft helfen zu gewinnen."

Am Sonntag "das bisher beste Spiel machen"

Im Kielwasser ihres Leaders fanden auch andere Spieler zu alter Stärke. Ademola Okulaja (14 Punkte) verriet klaren Aufwärtstrend und sieht den Sieg gegen Angola als "Initialzündung". "Bei der EM im letzen Jahr haben uns solche Erfolge gestärkt und sogar bis ins Finale gebracht", erinnerte Nowitzki. "Auf die zweite Woche kommt es in einem Turnier an."

Wer jedoch die deutschen "Riesen" müde, aber glücklch in den Mannschaftsbus schleichen sah, kann Großes eigentlich nicht mehr erwarten. Doch Nowitzki lässt wissen: "Jetzt fliegen wir nach Tokio, ruhen uns aus, werden uns auf den nächsten Gegner einstellen und am Sonntag versuchen, unser bisher bestes Spiel zu machen."

© SID

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