Biathlon Weltcup
Greis: "Überall wird gedopt"

Michael Greis glaubt an Doping auch im Biathlon und fordert daher strengere Kontrollen bis hin zur Ortung von Athleten über ihr Handy. "Man kann doch keinem mehr vertrauen", urteilt der dreimalige Olympiasieger.

Für den dreimalige Biathlon-Olympiasieger Michael Greis ist der Biathlon keine dopingfreie Zone. Stattdessen fordert er wirksamere Dopingkontrollen mittels Handyortung. "Überall wird gedopt. Man kann doch keinem mehr vertrauen", sagte der Mann aus Nesselwang der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Wenn man das mit den Ärzten aus Freiburg sieht, wenn man sieht, dass Dr. Huber bei uns Olympiaarzt war, dann ist es doch kein Wunder, wenn die Leute sagen: Dann kann der Greis doch locker dreimal Olympiasieger werden." Selbst seine Freundin habe ihn gefragt, ob er dope.

Der 31-Jährige erklärte, dass er gnadenlos für Aufklärung sei: "Ich persönlich gebe bei jeder Probe mein Einverständnis, dass man die Probe auch später noch zu wissenschaftlichen Zwecken verwenden kann."

Auch Neuner übt Kritik

Das derzeitige Doping-Kontrollsystem, nach dem man zu jeder Stunde seinen genauen Aufenthaltsort angeben müsse, hält Greis allerdings für wenig sinnvoll. Man müsse stattdessen eine Alternative finden, wie man Leute unverhofft erwischen und weniger bürokratisch vorgehen könne: "Ich habe kein Patentrezept, aber jeder hat doch heutzutage ein Handy dabei. Und das kann man schließlich orten."

Auch Magdalena Neuner hält die momentanen Dopingkontrollen für zu schwach und hat Kritik an der Nationale Antidoping-Agentur Nada geäußert. Von April bis Oktober habe es keinerlei Trainingskontrolle bei ihr gegeben, deshalb gebe es auch ein Protestschreiben des Deutschen Skiverbandes. "Ich bin enttäuscht von der Nada. Gerade, wo so viel los ist im Radsport, ist die Situation unbefriedigend für uns", sagte Neuner im ZDF.

© SID

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