Biathlon WM
Henkel jagt mit Start-Ziel-Sieg zum zweiten Gold

Sprintsiegerin Andrea Henkel hat bei der WM in Östersund auch das 10-km-Jagdrennen gewonnen. Der DSV-Skijägerin gelang auf dem Weg zur zweiten Goldmedaille ein Start-Ziel-Sieg.

Einen Tag nach dem Sprint-Gold sicherte sich die 30-Jährige Andrea Henkel aus Thüringen bei der WM in Östersund auch den Titel im 10-km-Jagdrennen ein und avancierte zugleich zur ersten Skijägerin der Geschichte, die alle vier Solorennen im WM-Programm einmal gewonnen hat. Zuvor hatte die Großbreitenbacherin bereits 2005 den 15-km-Lauf und 2007 den Massenstart dominiert.

"Natürlich bin ich sehr glücklich, aber das war heute lange nicht so cool, wie es aussah", erzählte Andrea Henkel nach dem Jagdrennen. Als Sprintsiegerin war sie 12,7 Sekunden vor der Russin Albina Achatowa ins Rennen gegangen und gewann am Ende dank fehlerfreier Schieß-Leistung mit 20,5 Sekunden vor Jekaterina Jurjewa (Russland), die ebenso wie die drittplatzierte Achatowa fehlerfrei schoss.

"Beim letzten Stehendschießen musste ich mich noch einmal richtig zusammennehmen. Zum Glück ist die letzte Scheibe dann noch gefallen. Da habe ich schon ganz schön gezittert", schilderte Henkel, die immer von den beiden Russinnen unter Druck gesetzt woren war. Läuferisch war Henkel vom Spitzentrio die Stärkste und ließ sich auf der Schlussrunde nicht mehr einholen. "Ich bin bis zur letzten Abfahrt Vollgas gelaufen. Dann habe ich das Tempo rausgenommen, um die letzten Meter zu genießen", sagte die Großbreitenbacherin.

Noch drei weitere Gold-Chancen

Henkel ist die dritte deutsche Doppelweltmeisterin hintereinander zum WM-Auftakt. Zuvor hatten Uschi Disl 2005 und Magdalena Neuner 2007 in Sprint und Jagdrennen triumphiert. Die mittlerweile fünfmalige Weltmeisterin Henkel hat drei weitere Chancen auf Edelmetall in Schweden. Nach einer zweitägigen Pause soll sie am Mittwoch im 15-km-Lauf (17.15 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) wieder antreten und dann auch noch Staffel und Massenstart bestreiten. "Ich nehme mir dafür das Gleiche vor wie immer: Gut laufen und schießen."

Großes Lob kassierte der 1,58 Meter kleine Biathlon-Floh von Bundestrainer Uwe Müssiggang: "Andrea hat mit ihrer großen Efahrung ihr Rennen gemacht. Sie war nie auf der Flucht, sie hat sich in keiner Phase verrückt machen lassen. Besser geht es nicht." Henkels doppelter Goldlauf von Östersund waren zugleich die Medaillen 59 und 60, die Müssiggang bei WM und Olympischen Spielen verantwortete.

Neuner wieder in der Spur

Stark präsentierte sich Henkels Vorgängerin Magdalena Neuner als Sechste der Jagd. Am Tag nach dem Geburtstags-Debakel, als sie nach vier Fehlschüssen nur 17. im Sprint geworden war, gelang der Wallgauerin wenigstens ein fehlerfreies Stehendschießen, "was ganz wichtig für mein Selbstvertrauen war. Diesmal habe ich bei viermal Schießen insgesamt nur vier Fehler gemacht. Ich weiß wieder, dass ich es kann", sagte die entthronte Titelverteidigerin.

Kathrin Hitzer (Gosheim/12. im Sprint und 9. in der Jagd) und Martina Glagow (Mittenwald/14. und 7.) enttäuschten nicht. Nur die als Goldfavoritin gehandelte Kati Wilhelm kam überhaupt nicht zurecht und musste sich mit den für sie indiskutablen Rängen 21 sowie 13 zufrieden geben.

© SID

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