Bob Weltcup
Lange startet optimistisch in den Bob-Weltcup

Einheitskufen hin oder her: Andre Lange will dem heute in Calgary beginnenden Bob-Weltcup auch in dieser Saison wieder den Stempel aufdrücken. Dabei muss der dreimalige Olympiasieger auf zwei Anschieber verzichten.

Wenn sich heute Abend (ab 22.30 Uhr MEZ/live bei arena) die Bobpiloten zum ersten Mal in der neuen Weltcup-Saison in Calgary in die Eisrinne stürzen, will auch der dreimalige Olympiasieger Andre Lange wieder ein Wörtchen mitreden. Auch wenn die Voraussetzungen mit Einheitskufen und zwei Ausfällen bei den Anschiebern alles andere als optimal sind. "Ich habe keine Schweißperlen auf der Stirn, werde weiter ganz vorn mitfahren", meinte der 33-Jährige.

Die Einführung der "Einheitskufe" macht der Konkurrenz Hoffnung, den Seriensieger aus Thüringen in Bedrängnis zu bringen. Lange macht sich aber keine Sorgen: "Jamaika wird jetzt nicht plötzlich gewinnen." Der Chefpilot glaubt nicht an große Verschiebungen in den Ergebnislisten, sieht vielmehr eine "gigantische Materialvernichtung" sowie Kosten für die notwendige Bearbeitung des neuen Materials. Rund 5 000 Euro sind für einen bearbeiteten Kufensatz fällig.

Saisonstart auf der Lieblingsbahn

Der Neuanfang mit dem Material geht ausgerechnet auf einer von Langes Lieblingsbahnen über die Bühne. In Kanada holt er im November 1998 schließlich seinen ersten Weltcup-Sieg überhaupt. 2005 bei der letzten WM sicherte er Gold (Vierer) und Silber (Zweier). "Da wissen wir gleich genau, wo wir stehen", meinte er.

Ein paar der alten Kufen spendierte der Oberhofer dem Nachwuchs. Die Erfolgskufen will er als Andenken behalten, zu denen habe er irgendwie eine besondere Beziehung. "Ins Wohnzimmer hänge ich sie mir aber nicht", meinte er lachend. Überhaupt ist das "Gold-Bärchen" locker und gelöst, die Anspannung der Olympia-Saison gut verarbeitet.

Dem durch die hohe Belastung und Verletzungen geschundenen Körper gönnte er die notwendige Auszeit: "Ich bin die neue Saison mit viel Vernunft angegangen." Im Sommer bekam er auch den Kopf frei. Er nutzte die "freie Zeit" für Ehefrau Mandy, Sohnemann Malik und Tochter Sarah. Im Winterhalbjahr muss das Trio freilich noch ein paar Jahre auf den Papa verzichten. Langes Fernziel ist schließlich Vancouver 2010. Dort kann er mit dem Gewinn einer Bronzemedaille mit Meinhard Nehmer gleichziehen und selbst zum erfolgreichsten Bobpiloten aller Zeiten aufsteigen.

Ohne zwei Anschieber in die Saison

Aber das ist Zukunftsmusik, die Konzentration gilt den bevorstehenden Rennen in Übersee. Dabei muss Lange auf zwei Anschieber verzichten. Olympiasieger Rene Hoppe (29) erlitt einen Muskelbündelriss in der Wade, kann frühesten im neuen Jahr wieder eingreifen. Für Vize-Europameister Thomas Pöge (27) ist die gesamt Saison gelaufen, er brach sich beim Fußball den rechten Arm. Neben Kevin Kuske und Martin Putze aus dem Olympia-Schlitten stehen so nur noch die jungen Burschen Alexander Rödiger (21) und Michail Makarow (22) als Ersatzmann zur Verfügung.

Die ewigen Materialdebatten, in Turin war Lange Zielscheibe von Verdächtigungen, sind trotz der neuen Regelung seiner Ansicht nach nicht vorbei. Lange verweist darauf, dass der Stahllieferant für die Einheitskufen aus der Schweiz kommt. Und obendrein noch Sponsor der Schweizer Nationalmannschaft sei.

© SID

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