Bob WM
Deutsche Bob-Asse mit großen Ambitionen zur WM

Mit großen Ambitionen starten die deutschen Bob- und Skeleton-Fahrer heute in die WM in Altenberg. Im Bob kämpfen die BSD-Akteure laut Sportdirektor Stefan Krauß"um dreimal Gold".

Sowohl im Bob-Lager als auch bei den Skeleton-Cracks herrscht vor dem heutigen WM-Start in Altenberg großer Optimismus. Beide Parteien haben hohe Erwartungen in die Titelkämpfe gesetzt und hoffen demnach auf zahlreiche Medaillen. Die Bob-Olympiasieger Andre Lange und Sandra Kiriasis sollen zum dritten Mal nach 2000 und 2003 alle drei Titel einfahren, bei den Bäuchlingsrodlern ruhen die größten Hoffnungen auf die erste Plakette seit vier Jahren auf Skeleton-Europameisterin Anja Huber.

"Wir kämpfen im Bob um dreimal Gold. Es ist eine Heim-WM, Lange und Kiriasis haben alle Weltcup-Trophäen abgeräumt - da ist dieses Ziel doch klar", sagte Sportdirektor Stefan Krauß: "Und im Skeleton wollen wir jeweils eine Medaille bei Männern und Frauen." Seit dem letzten Heim-Championat 2004 in Königssee gab es in dieser Sparte allerdings keine Podestplätze mehr.

"Die Mädels sind eine Bank"

Von einem goldenen Bob-Auftakt am Freitag und Samstag ist selbst der immer vorsichtige Cheftrainer Raimund Bethge überzeugt. "Die Mädels sind eine Bank. Kaum vorstellbar, dass wir da nicht gewinnen", meinte der 60-Jährige.

Bei den Männern ist die Zahl der Anwärter laut Bethge größer. Auch wenn Pierre Lueders, der sich mit der kanadischen Teamleitung über die Besetzung stritt und nicht anreiste, als Vierer-Vizeweltmeister ausfällt. Der Russe Alexander Subkow, Vierer-Weltmeister Ivo Rüegg aus der Schweiz oder der US-Amerikaner Steven Holcomb können Lange gefährlich werden. "Das wird kein Spaziergang", so Bethge. Auch Matthias Höpfner und Thomas Florschütz hätten sich den Gewinn einer Medaille vorgenommen.

Lange holte insgesamt schon sechs WM-Titel, ging seit seiner Gold-Premiere 2000 in Altenberg lediglich 2001 leer aus. Kiriasis strebt nach ihren Erfolgen 2005 und 2007 den Titel-Hattrick an. Die 33-Jährige gewann fünf der acht Rennen in diesem Winter und stand immer auf dem Podest. "Das wird eine geile WM, meine ganze Familie ist da", sagte die aus dem benachbarten Geising stammende Pilotin.

Hinter der sechsmaligen Gesamtweltcup-Gewinnerin lauert auch noch die heimische Vizeweltmeisterin Cathleen Martini. Schärfste Rivalin für die Gastgeber ist die in zwei Weltcuprennen siegreiche Helen Upperton aus Kanada.

Nach Ansicht von Bethge sind die Probleme in der Vorbereitung abgehakt. Bei der nationalen Qualifikation im November spielte das Wetter nicht mit, mehrere wichtige Testläufe fielen aus. Auch bei den deutschen Meisterschaften in Altenberg zum Jahreswechsel konnten die Asse nicht wie geplant proben, weil die Bobs vom Weltcup in Übersee erst verspätet eintrafen.

"Auf dieser Bahn muss man viel fahren"

"Auf dieser Bahn muss man viel fahren, sich Stabilität holen - das haben wir bei der DM gemacht", sagte Lange, der sich fahrerisch gut gerüstet fühlt. Und mit dem für 20 000 Euro gemieteten Viererbob der Marke "Singer" aus Rosenheim ist er nun auch mit beiden Schlitten konkurrenzfähig.

Im Weltcup konnten die in Übersee chancenlosen deutschen Skeleton-Piloten erst zuletzt auf den Bahnen in Europa mithalten. Neben Huber gehören nun auch Kerstin Jürgens, Florian Grassl und Sebastian Haupt zu den Medaillenkandidaten gegen die Favoriten aus den USA, Kanada und Großbritannien.

Bei der dritten WM im Kohlgrund nach 1991 und 2000 sind insgesamt über 200 Athleten aus 20 Nationen am Start. Über drei Mill. Euro wurden im vergangenen Jahr auf der noch zu DDR-Zeiten erbauten Piste investiert, es wurde ein Kurve hinzugefügt und der Zielauslauf verlegt.

© SID

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