Boxen International
Witali Klitschko fühlt sich "kerngesund"

Schwergewichts-Boxer Witali Klitschko hat vor seinem Comeback gegen Samuel Peter keine Zweifel an seiner Fitness zugelassen: "Ich bin kerngesund und bereit für den Kampf."

Genervt rüttelte Samuel Peter an seinem Weltmeister-Gürtel, doch Witali Klitschko konterte mit einem festen Griff und strafte den Nigerianer mit einem kühlen Blick ab. "Ich sehe, der Junge hat Probleme mit den Nerven", sagte Schwergewichts-Boxer Klitschko vor seinem Comeback im WM-Kampf gegen den WBC-Champion am Samstag in Berlin und fügte mit einem Lächeln hinzu: "Ich spüre regelrecht, dass er Angst vor mir hat."

Beim Pressetermin in einem Elektro-Großmarkt zwischen Waschmaschinen und Kühlschränken blieb der inzwischen 37-Jährige cool und konterte die Attacken seines neun Jahre jüngeren Kontrahenten ("Ich bin jünger und besser") souverän: "Die Erfahrung wird die entscheidende Rolle spielen, nicht die Kraft oder Schnelligkeit."

Doch in der Box-Szene mischen sich neben der Vorfreude auf die Rückkehr des älteren der Klitschko-Brüder genau 1 400 Tage nach dessen letztem Kampf gegen den Briten Danny Williams (11. Dezember 2004) auch Zweifel an der Fitness des Ukrainers. "Ich bin kerngesund", meinte Klitschko dazu: "Einzig meine Sparringspartner sind unzufrieden. Denen musste ich Schmerzensgeld zahlen."

Sdunek: "Witali ist kein bisschen eingerostet"

Gegen vier Trainingspartner hat "Doktor Eisenfaust", der nur zwei seiner 37 Profi-Kämpfe verlor, etwa 100 Sparring-Runden absolviert. Zudem trug Trainer Fritz Sdunek in der zehnwöchigen Vorbereitung den vielen Verletzungen Rechnung, die Klitschko Anfang 2005 zum vorläufigen Rücktritt zwangen. Mit gelenkschonende Übungen wie Schattenboxen im Wasser stehe der Ukrainer mittlerweile wieder voll im Saft, erklärte Sdunek und riet: "Seid alle rechtzeitig da, denn der Kampf geht nicht über die volle Distanz. Witali ist in einer Top-Verfassung und kein bisschen eingerostet."

Die Frage nach dem Warum ist für Klitschko einfach zu beantworten. Er habe mit seinem Bruder und Dreifach-Champion Wladimir immer den Traum gehabt, "gemeinsam Weltmeister zu sein. Wir wollen Box-Geschichte schreiben." Dabei muss er WBC-Champion Peter aus dem Weg räumen. "Das wird ein Kampf zwischen zwei Schlägern. Es wird im Ring lebensgefährlich", meinte Klitschko, der nach seinem Rücktritt den WBC-Titel abgeben musste, jedoch den Ehrentitel "World Champion Emeritus" bekam. Dadurch darf Klitschko Titelträger Peter sofort herausfordern.

Der Nigerianer war am Montag sichtlich angefressen, weil ihm Klitschkos Aussagen nicht übersetzt wurden. Bockig gab der 29-Jährige seine Antworten in einem Kauderwelsch aus Nigerianisch mit ein paar Brocken Englisch.

Probleme mit den Klitschko-Brüdern

Sein Trainer Stacey Mckinley war dagegen nicht misszuverstehen: "Klitschko soll ruhig versuchen, zurückzukommen. Aber er wird von Samuel ausgeknockt werden. Das wird der größte Kampf aller Zeiten." Peters Kampfrekord steht bei 30 Siegen (davon 23 durch K.o.). Die einzige Niederlage musste er vor drei Jahren ausgerechnet gegen Wladimir Klitschko einstecken. "Ich werde erst Witali schlagen und dann seinen Bruder. Da ist noch eine Rechnung zu begleichen", meinte Peter.

© SID

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