Boxen National
Maske gibt sich vor Hill-Fight optimistisch

Am 31. März ist es endlich soweit: "Sir" Henry Maske steht mehr als zehn Jahre nach seiner Niederlage gegen Virgil Hill wieder im Ring. Der Gegner ist wieder derselbe - doch Maske zeigt sich zuversichtlich.

Zehn Tage vor dem Box-Comeback hat der frühere Weltmeister Henry Maske ein öffentliches Showtraining absolviert. Der 43 Jahre alte Maske, der mehr als zehn Jahre nach seiner Niederlage gegen Virgil Hill am 31. März auf die Revanche gegen den US-Amerikaner hofft, strotzte dabei nur so vor Selbstvertrauen. "Ich fühle mich wirklich gut und bin sehr optimistisch", sagte der "Gentleman" am Mittwoch in München und wirkte bemüht, alle Zweifel am Sinn seines Vorhabens zu zerstreuen.

Der ehemalige Box-Weltmeister sprach voller Zuversicht von der Revanche gegen den US-Amerikaner, der ihn in seinem 31. und letzten Kampf in der Münchner Olympiahalle bezwungen und ihm die WM-Krone im Halbschwergewicht entrissen hatte. "Wir sind jetzt an einen Punkt gekommen, wo der Optimismus sehr viel Nährboden bekommen hat", sagte Maske nach dem 20-minütigen Showtraining und vor seiner Rückkehr in die Olympiahalle.

Auch wenn ihm klar sei, dass er vor einer nicht alltäglichen Herausforderung stehe, sei er dennoch "jetzt in der Lage eine positive Anspannung zu entwickeln", erklärte Maske weiter und verteidigte seine Entscheidung zurückzukehren. "Die Wenigsten haben den Mut, scheinbar unmögliche Träume auszuleben." Das Entscheidende sei jetzt der Kopf, "und der wird immer klarer".

Maske stolpert über Werbebande

Beim Showtraining unterlief Maske allerdings ein kleines Missgeschick, das seine Kritiker sicher gerne als passendes Omen auffassen. Als Trainer Manfred Wolke bei der Vorführung einige Schritte auf Maske zulief, trat der auf eine Werbebande, rutschte aus und ging zu Boden. "Nicht, dass ihr mir in zehn Tagen auch ein Bein stellt", versuchte Maske seinen Fauxpas mit einem Scherz in Richtung der Fotografen am Ringrand zu überspielen.

"Tiger" zweifelt an Maskes Qualitäten

Zudem fiel Maske mit einem blauen Auge auf, das ihm Sparringsgegner Glen Johnson verpasst hatte. Seine Übungspartner seien eben "taff". "Wo gehobelt wird, fallen auch Späne", sagte er. Die Prognose des ehemaligen Halbschwergewichts-Weltmeisters und alten Rivalen Dariusz Michalczewski, der eine vorzeitige Niederlage Maskes erwartet und ihm in der Sport Bild ein "Aufwachen im Ring" vorhersagt, will er jedenfalls widerlegen.

Wie bei jedem seiner letzten Auftritte wirkte "Sir Henry" angespannt, teils sogar etwas unwirsch. Auf die Frage, ob seine Frau und seine Kinder sich Sorgen um ihren Mann und Vater machen müssten, antwortete Maske: "Die müssen sich Sorgen um ihren Papa machen. Denken Sie, meine Frau sitzt ganz entspannt am Ring und trinkt Kaffee?"

Sein Coach ist dennoch überzeugt, dass die optimalen körperlichen und mentalen Voraussetzungen in den vergangenen Wochen und Monaten geschaffen worden sind. "Henry ist in der Lage, einen Kampf über zwölf Runden auch in einem guten Tempo zu gehen und durchzustehen", sagte Wolke. Zudem habe er festgestellt, dass sich sein Schützling im Vergleich zu ihrer früheren gemeinsamen Zeit in seiner Persönlichkeit "sehr zu seinem Vorteil entwickelt hat. Das bringt ihm die nötige Lockerheit." Und sollte Maske seinen unmöglichen Traum tatsächlich verwirklichen und gewinnen, werde man schauen, ob es noch reizvolle Gegner gibt. Trommeln gehört eben zum Geschäft.

© SID

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