Boxen Verband
Brähmer und Zbik kehren zurück zu den Wurzeln

In der "Box-Stadt" Schwerin wollen die Mecklenburger Jürgen Brähmer und Sebastian Zbik heute ihre WM-Titel verteidigen. Zuvor gibt Amateurweltmeister Jack Culcay sein Profidebüt.

Zu Hause, heißt es, ist es doch am Schönsten. Die beiden Mecklenburger Profiboxer Jürgen Brähmer und Sebastian Zbik freuen sich deshalb bereits seit Wochen auf ihre Kämpfe am heutigen Samstag (23.15 Uhr/live im ZDF) in Schwerin. Hier sind sie groß geworden, haben ihre boxerische Grundausbildung bekommen. Jetzt kämpfen sie in der Sport- und Kongresshalle um protzige WM-Gürtel. Brähmer verteidigt seinen WBO-Titel im Halbschwergewicht gegen den Russen Dimitri Suchotski, Zbik den Interims-Titel der WBC im Mittelgewicht gegen Emanuele Della Rosa (Italien).

Und weil auch die beiden Trainer Fritz Sdunek (Zbik) und Michael Timm (Brähmer) einst bei der Erfolgsstaffel von Traktor Schwerin tätig waren, wird die Veranstaltung schon seit Wochen mit einem Hauch von Nostalgie und Lokalpatriotismus umweht und vermarktet. Da wurde der alte Amateurverein besucht und in Erinnerungen geschwelgt. "Wenn man aus dieser Stadt kommt, in der Boxen immer gelebt hat, ist das etwas ganz Besonderes", sagt Trainer Timm.

Brähmer mit Kämpfen außerhalb des Rings

Das gilt insbesondere für Brähmer, der neben seinen Kämpfen im Ring auch immer mit sich selbst und der Justiz zu kämpfen hat. Parallel zu seiner Vorbereitung wird gegen den wegen ähnlicher Delikte vorbestraften 31-Jährigen seit September vor einem Schweriner Gericht wegen Körperverletzung und Beleidigung verhandelt. Brähmer beteuert seine Unschuld. Dennoch schwebt das Damokles-Schwert einer Verurteilung über ihm, die praktisch das Karriereende bedeuten würde. Am 30. Dezember ist der nächste Verhandlungstermin angesetzt.

Neben dem sportlichen Erfolg am Samstag braucht auch die Universum Box-Promotion einen Sieg von Brähmer vor Justitias Schranken. Er und Zbik sind schließlich entscheidende Puzzleteile für die "neue deutsche Welle", der sich das Unternehmen von Klaus-Peter Kohl verschrieben hat. Nach 25 Jahren hat sich der 65-Jährige auch auf Rat seines Schwiegersohns und potenziellen Nachfolgers Dietmar Poszwa von seinem einstigen Credo "Nationalität egal, entscheidend ist der Sport" verabschiedet. Universum setzt jetzt auf die deutsche Karte.

Culcay gibt sein Profidebüt

Dazu gehört auch die Verpflichtung von Amateurweltmeister Jack Culcay, der in Schwerin im Vorprogramm sein Profidebüt geben wird. Der 24-Jährige tritt im Super-Weltergewicht gegen den Tschechen Jindrich Kubin an und sorgt damit für ein Novum: Erstmals zeigt das ZDF in einer Aufzeichnung den Aufbaukampf eines Debütanten. "Für uns ist es ganz wichtig, dass er bei uns boxt", sagt Kohl, "das ist auch ein Argument in Verhandlungen mit TV-Sendern."

Universums Vertrag mit dem ZDF endet im Sommer, noch wird um einen Nachfolgekontrakt gerungen. Sportchef Dieter Gruschwitz möchte wohl gerne zu modifizierten Bedingungen weitermachen, Box-Gegner Nikolaus Brender wurde von der CDU als Intendant abgesägt, es gibt Verhandlungsbedarf. Dass mit Ausnahme der Klitschkos offenbar nur deutsche Boxer beim TV-Publikum ankommen, zeigt die traurige Quote von unter vier Mill. beim hochdramatischen und hocklassigen Kampf von Zsolt Erdei vor vier Wochen.

© SID

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