Boxen WM
Haye erwartet einseitigen "Battle of Britain"

Box-Weltmeister David Haye steigt heute in Manchester gegen Landsmann Audley Harrison in den Ring. Beim Kampf um den WBA-Schwergewichts-Titel erwartet er einen eindeutigen Sieg.

Manchester rüstet zum "Battle of Britain": Das Hass-Duell der einstigen Freunde David Haye und Audley Harrison um die Box-Krone der WBA im Schwergewicht elektrisiert nicht nur auf der Insel die Massen, auch die ARD (heute, ab 22.30 Uhr) sitzt bei der zweiten Titelverteidigung von "Bad Boy" Haye in der MEN-Arena in der ersten Reihe.

Der Fight der beiden Engländer verspricht zumindest spektakulär zu werden. Bereits vor dem ersten Gong haben David Haye und Herausforderer Audley Harrison zu verbalen Tiefschlägen ausgeholt. Während Harrison seinen ehemaligen Sparringspartner als "verzogenes Balg und Großmaul" betitelte, entschuldigte sich der amtierende Champion bereits im Vorfeld für einen einseitigen Kampf.

Haye gibt sich wie gewohnt geschmacklos

Dabei bediente sich Haye allerdings wieder einmal einer unglaublichen Geschmacklosigkeit. "Der Kampf wird so einseitig wie eine Gruppen-Vergewaltigung", sagte der 30-Jährige, der sich mit einer anderen Entgleisung auch schon den Zorn der beiden Klitschko-Brüder zugezogen hatte. Diese hatte er einmal in einer Fotomontage mit abgerissenen Köpfen präsentiert.

Ob es jemals zum Duell gegen einer der beiden ukrainischen Brüder kommen wird, ist unklar. Beide Parteien wollen den Kampf, kamen aber bislang nicht zusammen. Nun hat Haye zunächst Landsmann Harrison vor den Fäusten und verspricht einen kurzen Kampf: "Sollte ich auf den uns bekannten Harrison treffen, dann werde ich ihn nach nur wenigen Sekunden aus dem Ring schlagen." Harrison sei "eine mental schwache Persönlichkeit", die sich unter Druck nicht lösen könne.

"A-Force" möchte Weltmeister werden

Nicht ganz so geschmacklos äußerte sich Harrison. "Hier trifft der Schüler auf seinen Lehrer, es kämpft ein Junge gegen einen Mann", sagte der 39-Jährige. Obwohl Harrison bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Goldmedaille in der höchsten Gewichtsklasse gewann, wurde "A-Force" wegen seines Phlegmas und seines "Glaskinns" in den britischen Medien häufig kritisiert und verspottet. "Mit der Goldmedaille habe ich mir einen großen Traum erfüllt, danach habe ich mir neue Ziele gesteckt. Nun möchte ich Weltmeister werden", sagte Harrison, "sollte ich das schaffen, dann ist meine Mission erfüllt."

Das Duell der beiden Rechtsausleger sorgt insbesondere in Großbritannien für großes Aufsehen. Es ist der populärste Kampf seit dem Aufeinandertreffen von Lennox Lewis und Frank Bruno im Jahre 1993. Damals konnte Lewis die WBC-Krone durch einen K.o.-Sieg verteidigen. Haye hatte sich den WBA-Gürtel am 7. November 2009 nach einem Punktsieg im Kampf gegen den Russen Nikolai Walujew gesichert. In seiner ersten Titelverteidigung besiegte der Brite am 3. April 2010 in Manchester den ehemaligen Weltmeister John Ruiz (USA) durch T.K.o in der neunten Runde.

Am Samstag ist Haye an gleicher Stelle klarer Quotenfavorit. Beim Sportwettenanbieter bwin wurde der WBA-Champion am Freitag mit der Quote 1,09 notiert. Für einen Harrison-Sieg zahlt bwin dagegen 65 Euro bei 10 Euro Einsatz. Sollte Harrison ein Überraschungserfolg gelingen, wird er seine Box-Handschuhe wohl an den Nagel hängen und zurücktreten. Der als respektlos und großmäulig geltende Haye dagegen könnte sich im Falle eines Sieges endlich dem "einzig interessanten Kampf" gegen einen der Klitschkos stellen.

© SID

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