Boxen WM
King fordert Klitschkos WM-Gürtel

Nach Witali Klitschkos neuerlicher Absage seines WM-Kampfes droht dem Ukrainer der Verlust des WM-Gürtels: "Das erfordern die Regeln. Er verdient es nicht, Champion zu sein", so der exzentrische Box-Promoter Don King.

Witali Klitschko droht nach der neuerlichen Absage eines Weltmeisterschaftskampfes der Verlust des WM-Titels. Der Verband WBC wird dem Ukrainer voraussichtlich seinen WM-Titel aberkennen und Herausforderer Hasim Rahman, der sich schon jetzt Interims-Weltmeister nennen darf, zum Champion küren. Der mächtige Promoter-König Don King hat das World Boxing Council (WBC) bereits durch seinen Anwalt Judd Burstein aufgefordert, Klitschko den Gürtel abzunehmen: "Das erfordern die Regeln. Er verdient es nicht, Champion zu sein."

Um seinen Titel zu retten, hat Klitschko bei WBC-Präsident Jose Sulaiman angerufen. "Ich wäre Ihnen dankbar, wenn sie das Ergebnis meiner Untersuchung abwarten und erst dann entscheiden", bat Klitschko den Mexikaner: "Ich bin sehr stolz, WBC-Weltmeister zu sein, und würde diesen Titel gerne im Ring verteidigen."

Zum vierten Mal bereits musste der für Samstag angesetzte Fight abgesagt werden. Auch am 30. April, 18. Juni und 23. Juli konnte nicht gekämpft werden, ein beim Joggen erlittener Muskelfaserriss und eine Rücken-OP waren der Grund. Seinen im April 2004 errungenen Titel hat er zuletzt am 11. Dezember freiwillig verteidigt. Die normale Ein-Jahres-Frist für eine Pflichttitelverteidigung ist damit lange überschritten und es scheint wenig wahrscheinlich, dass die WBC erneut die Frist verlängert.

Klitschkos Absage kostet die Boxverbände bares Geld

Denn die Verletzungsserie des 34-Jährigen kostet inzwischen bares Geld. Boxverbände finanzieren sich dadurch, dass sie bei Titelkämpfen rund zwei Prozent des Gesamtumsatzes kassieren, bei einem Schwergewichtskampf sind da rund 15 Mill. Dollar realistisch. Der Pay-TV-Sender HBO hat ebenfalls bereits zum vierten Mal vergeblich seine PR-Maschinerie angeworfen, in Las Vegas fallen die Wett- und Spielumsätze weg, die im Umfeld von Boxkämpfen astronomisch steigen.

Mit Klitschko aber ist im großen Box-Business kaum noch seriös zu planen. Bereits im August hat das WBC deshalb Rahman gegen Monte Barret um die Interims-WM kämpfen lassen. "Mit seiner Absage hat Klitschko den Titel niedergelegt", behauptet Don King, "und Rahman hat sofort seine Krone entsprechend der Regularien des WBC angenommen." Der mächtige Promoter hat Morgenluft gewittert, er plant schon lange ein Vereinigungsturnier mit den drei anderen Weltmeistern Chris Byrd, Lamon Brewster und John Ruiz, die auch bei ihm unter Vertrag stehen.

Fight zwischen Rahman und Sinan Samil Sam möglich

Es ist nun aber auch möglich, dass Rahman innerhalb von 90 Tagen gegen den Sieger des Ausscheidungskampfes am Samstag in Hamburg zwischen dem Türken Sinan Samil Sam und dem Kasachen Oleg Maskajew antreten muss. "Sinan ist durch Klitschkos Verletzung dem WM-Kampf näher gekommen, wenn er gewinnt", sagt Heiko Mallwitz, der Sprecher von Sauerland-Event.

Auch bei Sauerland geht man davon aus, dass Klitschko der Titel abgenommen wird. Sams persönlicher Manager Ahmet Öner hatte seinen Schützling als Nummer eins der Rangliste für einen Kampf in Las Vegas gegen Rahman um den vakanten WBC-Titel ins Gespräch gebracht. Dies war jedoch innerhalb einer Woche nicht möglich. Als türkischer Staatsbürger hätte Sam in so kurzer Zeit kein Visum bekommen, außerdem wäre eine seriöse Vorbereitung nicht gewährleistet gewesen.

© SID

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