Boxen WM
Sturm geht gestählt in WM-Titelverteidigung

Vor seiner WM-Titelverteidigung heute in Düsseldorf gegen den Australier Jamie Pittman präsentiert sich Felix Sturm in Top-Form. "Ich bin exzellent vorbereitet", sagte Sturm.

Weltmeister Felix Sturm treiben drei Dinge immer weiter an: das Streben nach Perfektion, schmerzhafte Erfahrungen und die Verantwortung für die eigene Familie. "Ich hatte drei Monate Vorbereitung. Ich fühle mich topfit und bin exzellent vorbereitet", sagte der 29 Jahre alte WBA-Champion vor seiner dritten Titelverteidigung heute im Burg-Wächter Castello in Düsseldorf (ab 22.00 Uhr live im ZDF) gegen den Australier Jamie Pittman.

"Habe ihn noch nie so fit erlebt"

Völlig baff zeigte sich Trainer Michael Timm angesichts des Eifers von Sturm. "Ich habe ihn noch nie so fit erlebt, als er nach Hamburg gekommen ist", sagte der Meistercoach.

Sturm holt sich die Grundlagen in der Vorbereitung in einem Kölner Gym. Danach wechselt der ehemalige Amateur-Europameister stets in die Hansestadt, um im Universum-Gym mit Timm die harte fünfwöchige Phase anzugehen.

"Es wird von Mal zu Mal schwerer. Weltmeister zu werden, ist schon schwer, Weltmeister zu bleiben, aber noch schwerer", erklärte der technisch äußerst begabte Fighter bosnischer Herkunft. Doch Sturm treibt mehr als die alte Boxerweisheit an: "Ich habe eine große Familie. Irgendwann möchte ich auch mal selber Kinder haben." Denn nur als Weltmeister verdient man ordentliches Geld. Rund 750 000 Euro sollen es für den Fight gegen Pittman sein.

Aber vor allem sind es die sportlichen Rückschläge, die Sturm zum Umdenken bewegt haben. Die großen Sprüche aus früheren Zeiten gehören der Vergangenheit an. "Ich habe schon einmal die Erfahrung mit einem angeblich alten Mann gemacht und vorzeitig verloren", sagte der Weltmeister zu seiner Niederlage gegen den Spanier Javier Castillejo 2006 in Hamburg. Auch das Unentschieden im Oktober 2007 gegen US-Boy Randy Griffin in seinem 31. Profikampf (28 Siege - zwei Niederlagen) war noch ein solcher Warnschuss.

Das Poltern überlässt Sturm mittlerweile anderen

Deswegen lässt Sturm mittlerweile auch gerne die Gegner poltern. Der in 16 Kämpfen unbesiegte Jamie Pittman aus Gosford in New South Wales, der äußerlich wie der nette Junge von nebenan wirkt, ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen. "Ich bin der hungrigste Mittelgewichtler der Welt. Ich bin so hungrig wie er vor seinem Fight gegen Oscar de la Hoya", sagte der mit 1,86m recht große Rechtsausleger.

Böse wirkte der Aussie, der sich "Mr. Business" nennt, dabei nicht. Vielmehr hatte der Schlacks immer ein Zwinkern im Auge. Den "Ten Count" des Ringrichters zählte er auf deutsch, schließlich war er als Amateur (Olympia-Teilnahme 2004 in Athen) mal in Heidelberg und beim Chemie-Pokal in Halle.

Dem Champion überreichte er beim Fototermin zum Abschluss dann noch einen fast lebensgroßen Felix-Sturm-Pappkameraden. Pittmann: "Das Foto habe ich mir von seiner Internetseite gezogen, auf der Pappe habe ich geschlafen, damit ich Sturm immer im Kopf habe." Der Weltmeister nahm das Präsent lächelnd an.

Sturm über Abraham-Kampf: "Das war gar nichts."

Für das musikalische Highlight in Düsseldorf wird Altrocker Udo Lindenberg sorgen. Der Hamburger Hutträger präsentiert vor dem Kampf den Song "Wenn du durchhängst" aus seinem neuen Album.

Als das Thema auf Konkurrenz-Weltmeister Arthur Abraham und dessen Fight am vergangenen Wochenende gegen Elvin Ayala kam, ging Sturm der Hut hoch: "Das war gar nichts. Es war erschreckend, wie er nach einem Kampf gegen einen limitierten Gegner aussah. Er hat sich hinter seiner Doppeldeckung versteckt, damit muss er in Amerika gar nicht erst ankommen."

Abraham will im Sommer in den USA boxen. Gleichzeitig hatte Manager Wilfried Sauerland Sturm ein Angebot zur Titelvereinigung über 1,5 Mill. Euro gemacht. Der Champ und Universum-Boss Klaus-Peter Kohl lehnten diese nur mündliche Offerte ab.

© SID

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