Comeback des Jahrhundertgolfers
Der Tiger lockt wieder die Massen

Tiger Woods ist zurück: Nach überstandener Verletzungspause wird das Jahrhunderttalent beim Championship in Arizona an den Start gehen. Die Erwartungen sind hoch: Die kriselnde Branche erwartet von Woods nicht weniger als die Rettung des Golfsports. Entsprechend euphorisch reagierten seine Rivalen auf die Comeback-Ankündigung.

BERLIN. Morgen Mittag wird Tiger Woods nach achtmonatiger Verletzungspause erstmals wieder professionell den Golfschläger schwingen. Bei der Accenture Match Play Championship in Marana im US-Bundesstaat Arizona tritt er gegen die Weltelite an. Bereits im Vorfeld löste sein Comeback in den amerikanischen Medien eine Euphorie aus, als könne er die Wirtschaftskrise im Alleingang beenden. Und was den Golfsport angeht, wird auch genau das von ihm erwartet.

Schon in normalen Zeiten hängt das Wohlergehen der Branche maßgeblich von Woods ab. Wenn er bei einem Turnier mitspielt, liegen die TV-Einschaltquoten rund 50 Prozent höher als sonst. Seit er 1996 Profi wurde, sind die jährlichen Preisgelder auf der US-Profiserie PGA Tour von rund 50 Mio. Dollar auf rund 300 Mio. Dollar angewachsen. Der Aufstieg eines dunkelhäutigen Jahrhunderttalents in einem weißen Spiel und seine Jagd nach Rekorden haben die Amerikaner mehr fasziniert als jede andere Sportgeschichte der vergangenen Jahrzehnte.

Seitdem der TV-Sender CBS bei Woods’ erstem Masters-Sieg 1997 einen Marktanteil von 34 Prozent erzielte, gilt: Ist Tiger dabei, erreicht Golf die Massen. Ansonsten bleibt es ein Spartenvergnügen.

Entsprechend euphorisch reagierten seine Rivalen am Wochenende auf die Ankündigung des Comebacks. „Großartig, ich bin mir sicher, der Kartenverkauf zieht gleich mächtig an“, sagte US-Spieler Anthony Kim. „Wir brauchen ihn, er hält die Sponsoren bei Laune“, ergänzte der Engländer Paul Casey. „Zur Hölle, er hilft uns allen“, rief der schottische Altmeister Colin Montgomerie. Die Konkurrenten lassen sich zwar nur ungern von Tiger Woods besiegen, sie wissen aber, dass seine Präsenz auch ihre Taschen füllt. Selbst ein Durchschnitts-Profi verdient auf der Tour mittlerweile siebenstellige Beträge im Jahr – nur an Preisgeldern.

Hinzu kommen Ausrüster- und Sponsorenverträge. Um Woods’ Rolle für die Schläger- und Bekleidungsindustrie zu beschreiben, reicht schon die Feststellung, dass es die Golfsparte von Nike vor ihm überhaupt nicht gegeben hat. Mittlerweile schätzen Analysten Nikes jährliche Einnahmen aus dem Geschäft mit dem kleinen weißen Ball auf mehr als 600 Mio. Dollar im Jahr. Da erscheinen die 20 Mio. Dollar jährlich für den Vertrag mit Woods bestens angelegt.

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