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Degenherren ziehen Karren aus dem Dreck

Die Degenherren haben bei der Weltmeisterschaft in Leipzig die Bilanz des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) auf Vordermann gebracht. Wie bereits 2003 konnte die Equipe die Silbermedaille erkämpfen.

Bei der Weltmeisterschaft in Leipzig haben die Degenherren dem Deutschen Fechter-Bund (Dfeb) ein Erfolgserlebnis beschert und wie bereits vor zwei Jahren die Silbermedaille errungen. Der Olympia-Dritte mit Sven Schmid, Martin Schmitt, Jörg Fiedler und Daniel Strigel (alle Tauberbischofsheim) unterlag erst im Finale Olympiasieger Frankreich erwartungsgemäß mit 31:45 und bescherte dem Dfeb nach Silber durch Florett-Ass Anja Müller damit das zweite Edelmetall bei der Heim-WM. Auch vor zwei Jahren bei den Titelkämpfen auf Kuba hatte das Team von Bundestrainer Walter Steegmüller Silber geholt.

"Wir freuen uns riesig, dass es geklappt hat. Die Silbermedaille der Degenherren ist der verdiente Lohn für harte und konzentrierte Arbeit. Wir wussten, dass es Sinn macht, nach dem unglücklichen Abschneiden im Einzel unsere Hand schützend über die Degenfechter zu halten. Es hat sich bezahlt gemacht", sagte Dfeb-Sportdirektor Claus Janka dem Sport-Informations-Dienst (sid). Coach Steegmüller konnte seinem Team ebenfalls nur Lob zollen, auch wenn es am Ende nicht mit dem ersten Gold seit der WM in den Haag 1995 geklappt hatte: "Ich bin unheimlich stolz auf diese Mannschaft. Sie ist mit den Jahren reifer geworden und hat sich diesen Erfolg verdient. Uns zeichnet ein toller Teamgeist aus."

Drei Tage lang eingeschworen

Nachdem Strigel und Schmid im Einzel überraschend bereits im Achtelfinale ausgeschieden waren und insbesondere Routinier Strigel gegen den Niederländer Bas Verwijlen enttäuscht hatte, schwor sich das Steegmüller-Quartett drei Tage lang mit Erfolg auf den Mannschaftswettbewerb ein. Die Einzel-Pleiten verschwanden aus den Köpfen und die Degenherren steigerten sich von Gefecht zu Gefecht. Nach dem souveränen Sieg gegen Dänemark (45:18) musste die Dfeb-Equipe bei den knappen Siegen gegen Südkorea (38:33) und Spanien (33:28) bis zum Schluss beißen, ehe gegen Ungarn (45:36) der Final-Einzug perfekt gemacht wurde.

Dagegen spielt der Dfeb im Damenflorett trotz der völlig überraschenden Silbermedaille durch Müller international kaum noch eine Rolle. Wie vor zwei Jahren bei der WM in Kuba musste die Mannschaft von Bundestrainer Ingo Weißenborn bereits in der ersten Runde die Segel streichen. Allerdings verschenkte WM-Debütantin Katja Wächter (Tauberbischofsheim) beim Stand von 22:18 gegen China im letzten Gefecht noch den Vorsprung und rang nach der 24: 25-Pleite im "sudden death" mit Tränen in den Augen um Fassung. "Das darf ich nicht mehr hergeben", meinte die gebürtige Leipzigerin, die ausgerechnet vor heimischer Kulisse die Nerven verlor. "Am Ende war es Unerfahrenheit. Schade, denn wir hatten eine gute Chance weiterzukommen", sagte Weißenborn, dessen Team nach einem 45:29-Erfolg über die USA am Ende Rang neun belegte. Den Titel sicherte sich völlig überraschend Südkorea durch ein 45:33 gegen Rumänien.

Riesenlücke bei Florettdamen

Das Damenflorett, das bei Olympia nur noch im Einzel auf dem Programm steht, spielt im Verband 2005 längst nicht mehr die Rolle wie zu Zeiten von Doppel-Olympiasiegerin Anja Fichtel, am Donnerstag beim Finalkampf der Degenherren in der Halle, Zita Funkenhauser und Sabine Bau. Baus Rücktritt 2003 hinterließ eine Riesenlücke bei den Florettdamen, die Müller aber im Einzel mit Silber völlig überraschend zumindest teilweise schließen konnte. "Wenn man überlegt, wo unsere Florettdamen nach der Entscheidung über das Aus der Mannschaft bei Olympia herkamen, darf man von der fechterischen Leistung unsere Mädels durchaus angetan sein. Auch wenn das Ergebnis natürlich enttäuschend ist", erklärte Dfeb-Delegationsleiter Wilfried Wolfgarten.

Am Freitag wollen die deutschen Degendamen den ersten Titel für den Dfeb holen. "Wir wollen die Goldmedaille. Das bleibt unser Ziel", erklärte Weltcup-Gesamtsiegerin Imke Duplitzer (Bonn), die im Einzel nur auf Rang 33 gelandet war. Im Achtelfinale trifft die Mannschaft von Degen-Bundestrainer Manfred Kaspar auf Aserbaidschan oder Rumänien. Bei Olympia in Athen hatte die Degendamen mit dem Gewinn der Silbermedaille für einen der wenigen Höhepunkte gesorgt.

© SID

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