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Deutsche Hockey-Damen wollen ins EM-Finale

Die deutschen Hockey-Damen bestreiten bei der EM in Irland heute ihr Auftaktspiel. Gegner ist in Dublin die Mannschaft aus Schottland. "Die Halbfinalteilnahme ist Pflicht.", sagte Bundestrainer Markus Weise.

Nach einer Trainingseinheit mit dem Erzrivalen aus den Niederlanden am Freitag wird es für die deutsche Damenhockey-Nationalmannschaft bei der 7. Europameisterschaft in Irland heute (12.45 Uhr Mesz) ernst. Im Auftaktmatch trifft das Team von Bundestrainer Markus Weise in Dublin auf Schottland.

Die "Oranjes" werden ihnen - wenn alles glatt läuft - erst wieder im Endspiel am Samstag in einer Woche begegnen, und dennoch steht dieses Match schon wieder im Fokus. Der sensationelle Olympiasieg von Athen im Finale gegen die Niederlande vor rund einem Jahr ist schließlich unvergessen, der westliche Nachbar brennt auf Revanche. "Die Tagesform entscheidet", sagt Bundestrainer Markus Weise: "Ich denke, beide Teams spielen auf einem Level."

"Gegner haben mehr Respekt vor uns"

Das sind neue Töne, die das gewachsene Selbstvertrauen im deutschen Lager dokumentieren. Fünf kontinentale Titel haben die "Oranjes" bislang gewonnen, die deutschen Frauen noch keinen. Die Niederlande waren in Europa immer das Maß aller Dinge, bis zu jener magischen Nacht in der griechischen Hauptstadt, die mit deutschem Gold endete. "Die Mannschaft ist seitdem stabiler und selbstbewusster geworden", hat Weise festgestellt: "Und die Gegner haben mehr Respekt vor uns."

Nach einem Vierteljahr der öffentlichen Feiern ist bei der "Mannschaft des Jahres 2004" der sportliche Alltag wieder eingekehrt. Die Zeit der TV-Galas, Eintragungen in Goldene Bücher und sonstiger Ehrungen ist vorbei. Natürlich konnte keine Spielerin Werbemillionen anhäufen, dennoch ist das Interesse an den Hockeyfrauen wesentlich größer als vor Olympia. So will beispielsweise das ZDF am Sonntag Bilder vom Schottland-Match in der Sportreportage zeigen.

"Die Halbfinalteilnahme ist Pflicht."

Auch deshalb steht die Mannschaft unter Erfolgszwang, denn in einer Randsportart kann man nur bei internationalen Großereignissen auf sich aufmerksam machen. Und auch deshalb weiß Markus Weise: "Die Halbfinalteilnahme ist Pflicht."

Nach der Auftaktpartie folgt bereits am Montag (19.00 Uhr Mesz) das zweite Vorrundenspiel gegen die Ukraine, ebenfalls eine Pflichtaufgabe. Erst am Mittwoch (16.00 Uhr Mesz) gegen England ist der erste Härtetest zu erwarten. Da geht es um den Gruppensieg und darum, den Niederlanden im Halbfinale am Freitag aus dem Weg zu gehen, um das mögliche Traum-Endspiel nicht zu zerstören.

Neun Olympiasiegerinnen stehen in Dublin im 18-köpfigen Kader, die natürlich den Stamm des Teams ausmachen. Mannschaftskapitänin Marion Rodewald ist unter anderem noch dabei, Angreiferin Natascha Keller, Mittelfeldregisseurin Fanny Rinne und Rekordnationalspielerin Nadine Ernsting-Krienke. Aber auch die Neulinge haben sich gut eingefügt. "Wir haben wieder zu einem Team zusamengefunden, alle ziehen voll mit, die Stimmung ist gut", sagt Weise: "Jeder macht seinen Job, ich habe ein ganz gutes Gefühl."

Privates bleibt außen vor

Da stört auch die erneut pikante private Situation des Bundestrainers nicht. Nach neun Jahren Partnerschaft haben sich Weise und Fanny Rinne kürzlich getrennt. Doch so, wie sie ihre Beziehung bei Nationalmannschafts-Maßnahmen stets verdrängen konnten, wollen sie es nun auch als Ex-Partner halten. "Es hat vorher keiner gemerkt", sagt Rinne in der Welt, "es merkt hinterher auch keiner."

© SID

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